Dr. Karlhans Baumgartl

 

 

"Die hierarchischen Chefarztstrukturen in
den Kliniken müssen abgeschafft werden."

 

Aktuelle Position:
niedergelassen und Partner im Dialysezentrum im Alicepark in Darmstadt

Zur Person:
Dr. Karlhans Baumgartl war langjähriger Assistentensprecher der Inneren Kliniken der Städtischen Kliniken Darmstadt. In dieser Funktion war er verantwortlich für die konkrete Ablauforganisation der Stationsbesetzungen, Urlaubszeiten und der Weiterbildungsabschnitte.

Vor seiner Niederlassung war er Oberarzt in der Nephrologischen Klinik. Seit 1995 ist er Partner im Dialysecentrum im Alicepark in Darmstadt, dadurch wieder Rückkehr in die klinische Tätigkeit im benachbarten Alice-Hospital als Konsiliararzt.

Aktiv im MB:
Dr. Karlhans Baumgartl ist seit Ende der 80er Jahre Mitglied im Marburger Bund und im Landesverbandsvorstand. Dort zuerst als stellvertretender Vorsitzender des Bezirks Darmstadt, nach seiner Niederlassung als kooptiertes Mitglied.

Aktiv in der Ärztekammer:
Er ist Mitglied der aktuellen Delegiertenversammlung und stellvertretender Vorsitzender der Bezirksärztekammer Darmstadt.

Die Situation in den Kliniken stellt sich keineswegs verbessert, eher noch verschlechtert dar. Aktuelle Probleme wie Umsetzung der Arbeitszeitrichtlinien, Erhöhung des Grundgehaltes, Privatisierungen der Krankenhäuser mit offenen oder versteckten Gehaltssenkungen, Klinikfusionen, Austritt des Landes Hessen aus der Tarifgemeinschaft der Länder erfordern eine starke gewerkschaftliche Vertretung durch den MB.“

Interview zur Kammerwahl

Wo liegen Ihre Schwerpunkte in der Kammerarbeit?

Dr. Karlhans Baumgartl: Meinen Schwerpunkt sehe ich im Team-Arzt-Modell. Das ist eine alte Forderung des Marburger Bundes, die immer noch aktuell ist. Diese hierarchischen Chefarztstrukturen in den Kliniken müssen abgeschafft werden und auch die Abhängigkeit der jungen Assistenzärzte von den Chefärzten muss sich ändern.

Wie wichtig eine gute Weiterbildung auch später in der Praxis ist, weiß ich als niedergelassener Arzt sehr gut. Junge Ärzte müssen ohne Ängste und Druck sich weiterbilden und frei denken können. Außerdem versuche ich auch den Kontakt zu den Listen der Niedergelassenen zu halten.

Wofür machen Sie sich stark?

Baumgartl: Ich versuche darüber aufzuklären, dass die Weiterbildung ordentlich stattfinden muss. Die Weiterbildung muss im Krankenhaus und auch in der Kammer bleiben und darf nicht an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) abgegeben werden, bei der oft Finanzinteressen reinspielen. Dass die KVen versuchen, Einfluss auf die Weiterbildung zu nehmen,halte ich nicht für angebracht.

Meine Aufgabe sehe ich außerdem in der Schnittstelle zu den niedergelassenen Kollegen, dass der Kontakt friedlich verläuft.

Wo sehen Sie die Herausforderungen in der Zukunft?

Baumgartl: Ganz klar in einer vernünftigen Weiterbildungsordnung. So muss etwa die Weiterbildung in Teilzeit möglich sein und auch die Weiterbildungszeugnisse müssen vernünftig sein. In der Kammer muss die Weiterbildungsordnung an die heutige Zeit angepasstwerden.

Wo sehen Sie die Hauptaufgabe im Wahlkampf?

Baumgartl: Für uns ist wichtig, dass unsere Mitglieder die Beiträge zahlen und auch die Beratung des Marburger Bundes in Anspruchnehmen, auch im Wahlkampf sich zu uns bekennen. Denn außer uns gibt es keine Liste, die die angestellten Ärztinnen und Ärzte unterstützt.

Den MB sollte man wählen, weil es die einzige Interessenvertretung ist, die sich tatsächlich vorrangig um die Weiterbildung bemüht.