Dr. Matthias Moreth

 

 

"Der Solidaritätsgedanke soll
nicht hinten angestellt werden."


Aktuelle Position:

ehrenamtlich für das Versorgungswerk tätig, Facharzt für Arbeitsmedizin und Innere Medizin

Zur Person:
Dr. Matthias Moreth hat im Städtischen Krankenhaus in Frankfurt-Höchst seine Weiterbildung - erst zum Laborarzt, dann zum Internisten - absolviert. Nach abgeschlossener dritter Weiterbildung in der Arbeitsmedizin, war er 20 Jahre in Darmstadt als Betriebs- und Werksarzt in einem Chemiebetrieb beschäftigt.

Aktiv im MB:
Er trat im Jahre 1976 dem Marburger Bund bei und war von Anfang an aktiv: Er war stellvertretender Bezirksvorsitzender in Frankfurt und nach einem Wechsel in den Bezirk Darmstadt wurde er dort zum Bezirksvorsitzenden des MB gewählt. Im Jahr 2014 ist er wieder in den Bezirk Frankfurt - nun als Beisitzer - zurückgekehrt und bringt im erweiterten Vorstand des MB Hessen seine berufspolitische Erfahrung ein.

Seit mehr als 35 Jahren vertritt er den MB-Landesverband auf vielen Hauptversammlungen des MB und ist zusätzlich in Gremien und Arbeitsgruppen im Bundesverband tätig, wie dem Arbeitskreis „Versorgungswerke“.

Aktiv in der Ärztekammer:
Seit 1980 ist er Delegierter des MB in der Landesärztekammer Hessen und wurde auch mehrfach als Delegierter zu Deutschen Ärztetagen entsandt.

Sein besonderes berufspolitisches Engagement gilt dem Hessischen Versorgungswerk, dessen Vorstand er seit 1988 als ehrenamtliches Mitglied angehört. Zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Versorgungswerks Dr. Titus Freiherr Schenck zu Schweinsberg vertritt er die berufspolitische Meinung des MB in diesem wichtigen Gremium der Landesärztekammer.

Moreth steht für den Solidaritätsgedanken zwischen den Generationen und somit auch für die Beibehaltung sozialer Strukturen, wie der Zahlung von Witwen- und Waisenrente, der Gewährung von Kindergeld und der finanziellen Absicherung bei Berufsunfähigkeit. Im März 2012 wählte ihn die Delegiertenversammlung erneut – jetzt schon zum fünften Male - in den Vorstand des Versorgungswerkes.

Interview zur Kammerwahl

Herr Moreth, Sie sind schon seit mehr als 20 Jahren im Versorgungswerk der Landesärztekammer aktiv, was hat sich alles getan in den letzten Jahren?

Dr. Matthias Moreth: Das Versorgungswerk war, als ich damit berufspolitisch anfing, eine nichtselbstständige Einrichtung der Landesärztekammer Hessen, die von einem Aufsichtsausschuss – später hieß es Aufsichtsrat, jetzt Vorstand – geleitet wurde.

Dann kam mit der Novellierung des Hessischen Heilberufsgesetzes im Jahr 2003 ein Wandel: Das Versorgungswerk wurde teilrechtsfähig. Der Vorstand führt seitdem das Versorgungswerk finanziell vollständig getrennt von der Landesärztekammer. Die Verantwortung und auch die Belastung für die sieben ehrenamtlich arbeitenden Delegierten der Ärztekammer sind damit drastisch gestiegen.

Welche Herausforderungen stehen an?

Moreth: Eine Herausforderung ist die derzeit schwierige Situation am Kapitalmarkt. Während Lebensversicherungen ihren Garantiezins inzwischen auf 1,75 Prozent gesenkt haben, garantiert das Versorgungswerk immer noch 3 Prozent. Wir müssen sehen, wie wir möglichst risikolos den dafür benötigten Rechnungszins von knapp unter 4 Prozent erwirtschaften.

Das Thema Renten ist zurzeit in aller Munde. Wie sieht es beiden Ärzten aus: Sind die im Alter gut versorgt?

Moreth: Die Rente der Ärzte liegt deutlich höher als bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Das liegt unter anderem daran, dass das Versorgungswerk weniger versicherungsfremde Leistungen erbringen muss als die DRV. Darüber hinaus sind Ärzte bei Berufsunfähigkeit deutlich besser abgesichert als in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Welche Vorteile bietet das Versorgungswerk für Ärzte noch?

Moreth: Das hessische Versorgungswerk ist rein kapitalgedeckt – im Prinzip so wie eine Lebensversicherung. Das bedeutet: Alles, was ein Arzt einzahlt – natürlich mit einem gewissen Abschlag wegen der zu finanzierenden Solidarleistungen wie Witwen- und Waisen- oder Berufsunfähigkeitsrenten –, bekommt der Arzt später mit Zins und Zinseszins als Rente zurück. Ein weiterer Vorteil: Jede Erhöhung der Beitragszahlungen führt direkt auch
zu einer höheren Rente.

Wie reagiert das Versorgungswerk auf den demografischen Wandel?

Moreth: Wir spüren den demografischen Wandel deutlich. In den letzten zehn Jahren musste das Versorgungswerk wegen des demografischen Wandels zweimal die Höhe zukünftige rRentenversprechungen kürzen – nicht jedoch laufende Renten.

Wir können aber nicht einfach das Renteneintrittsalter erhöhen, wie dies die DRV oder andere berufsständische Versorgungswerke machen, weil wir eben kein Umlageverfahren haben, sondern jeder seine eigene Rente „selbstverdient“.

Gibt es für die angestellten Ärzte besondere Risiken?

Moreth: Bei der aktuellen Situation mit den niedrigen Zinsen und dem demografischen Wandel kommen mit Sicherheit noch einige Herausforderungen auf uns zu. Das heißt: an Einsparungen denken. Wir werden einige Leistungen herunterfahren müssen. Trotzdem darf der Solidaritätsgedanke, den ich insbesondere im Bereich der Berufsunfähigkeitsvorsorge seit Jahren hochgehalten habe, nicht hinten angestellt werden.

Den Marburger Bund sollte man wählen, weil er darauf achtet, dass im Versorgungswerk für alle Generationen seiner Ärztinnen und Ärzte wichtige Solidarleistungen weiterhin zum Leistungsumfang gehören und zukünftige Renten „mit Sicherheit“ gezahlt werden.