Joachim Odenwald

 

 

"Ich sehe eine erhebliche Belastung aufgrund
des ökonomischen Drucks auf die Ärzte zukommen."


Aktuelle Position:
Facharzt für Arbeitsmedizin beim Arbeitsmedizinisch-sicherheitstechnischen Dienst der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Er betreut überwiegend Mitarbeiter des Bau- und Reinigungsgewerbes als (überbetrieblicher) Betriebsarzt.

Zur Person:
Joachim Odenwald ist seit 1993 beim Arbeitsmedizinischen Dienst der Bau-BG in Frankfurt beschäftigt. Zu seinem Aufgabenbereich zählt die Betreuung von Klein- und Großbetrieben des Baugewerbes und des Ausbaugewerbes. Davor arbeitete er in einer LVA-Klinik, danach war er im Mathildenhospital in Büdingen beschäftigt.

Aktiv im MB:
Seit dem PJ im Jahre 1984 ist er Mitglied im MB. Seit 1999 ist er stellvertretender Bezirksvorsitzender im Bezirk Frankfurt a. M II.

Aktiv in der Ärztekammer:
Er ist Mitglied der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer.

Sein besonderes Engagement gilt der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes an den Kliniken und er will den durch Nacht- und Bereitschaftsdienste sowie ständig anfallende unbezahlte Überstunden entstehenden Dauerstress bekämpfen.

Drohende Fehlentwicklungen im ärztlichen Versorgungswerk zu Lasten junger Kollegen, die durch eine unterproportionale Repräsentanz der angestellten Ärztinnen und Ärzte in den Gremien des Versorgungswerkes entstehen, will er verhindern. Die Situation der angestellten Ärztinnen und Ärzte möchte er durch eine stärkere Vertretung des MB in den Gremien der Landesärztekammer verbessern.

Interview zur Kammerwahl

Wo sehen Sie derzeit die größten Belastungen für angestellte Ärztinnen und Ärzte?

Joachim Odenwald: Ich sehe eine erhebliche Belastung aufgrund des ökonomischen Drucks im Gesundheitswesen und aufgrund des demografischen Wandels – denn nicht nur die Patienten werden älter, sondern auch die Ärztinnen und Ärzte. Das bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte mehr Nacht-, Feiertags- und Wochenenddienste leisten müssen, um die
Patientenzuversorgen.

Was muss sich aufgrund des demografischen Wandels ändern?

Odenwald: Gerade für die älteren Ärztinnen und Ärzte sollte bei künftigen Tarifverhandlungen darauf geachtet werden, dass auch Gleitzeitmodelle oder Altersteilzeit für Ärzte ab dem 60. Lebensjahr verhandelt werden. Auch könnte man darüber nachdenken, Ärztinnen und Ärzten ab dem 60. Lebensjahr zusätzliche Urlaubstage zu gewähren.

Was sollte in den Kliniken passieren?

Odenwald: Es sollte mehr auf die betriebliche Gesundheitsförderung geachtet werden, etwa durch regelmäßige betriebsärztliche oder psychologische Beratung, um so etwa ein Burnout frühzeitig festzustellen oder möglicherweise einer Entstehung vorzubeugen. Außerdem sollten meiner Meinung nach Arbeitszeiterfassungsgeräte zur besseren Dokumentation der Überstunden aufgestellt werden.

Wofür wollen Sie sich in der nächsten Legislaturperiode noch einsetzen?

Odenwald: Ganz praktisch möchte ich für alle Ärztinnen und Ärzte, die zur Fortbildung in die Landesärztekammer Hessen (LÄKH) in Bad Nauheim kommen, die Parksituation verbessern. Hierzu sollte vom Präsidium im Gespräch mit der Stadt Bad Nauheim eruiert werden, welche Möglichkeiten zur Anlage weiterer Parkplätze bestehen.

Den MB Hessen sollte man wählen, weil nur so das Ungleichgewicht zwischen Angestellten und niedergelassenen Kollegen in der Landesärztekammer ausgeglichen werden kann.