Stephan Bork

 

 

"Arbeitszeiten müssen den realen
Bedingungen angepasst werden."

Zur Person:
Stephan Hermann Bork hat sein Studium von 1986 bis 1993 an der Justus-Liebig Universität in Gießen absolviert. Seit Juni 1993 arbeitet er im Klinikum Kassel, zunächst als Arzt im Praktikum später als Assistenzarzt und Oberarzt in der Abteilung für Anästhesiologie, Schmerztherapie und Intensivmedizin. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Aktiv im MB:
Mitglied im Marburger Bund ist er seit 2002, seit September 2003 ist er stellvertretender Bezirksvorsitzender im Bereich Kassel. Im September 2005 wurde er zum Vorsitzenden des Bezirksverbandes Kassel gewählt. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der adäquaten Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes.

Aktiv in der Ärztekammer:
Stephan Bork ist Mitglied der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) für die Legislaturperiode 2013 bis 2018 und Mitglied im Finanzausschuss.

Interview zur Kammerwahl

In welchen Bereichen liegen Ihre Schwerpunkte?

Stephan Bork: Ich bin ursprünglich zum Marburger Bund gekommen wegen der Arbeitszeiten im Krankenhaus. Ich versuche in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit, die Arbeitsbedingungen für angestellte Ärztinnen und Ärzte zu verbessern.

Sie sind schon lange dabei. Was hat sich durch die Arbeit des MB schon alles getan?

Bork: Besonders positiv war der Erfolg des ersten Tarifvertrags in Kassel, in dem auch Arbeitszeitbedingungen festgelegt werden konnten, etwa Wochenarbeitshöchstzeit oder Opt-out-Regelungen.

Was muss aus Ihrer Sicht weiter verbessert werden?

Bork: Der private Bereich muss mit einbezogen werden. Es gibt keinen Beruf, der so familienfeindlich
ist wie der Arztberuf. Die Arbeitszeiten müssen den realen Bedingungen angepasst werden. Aber es ist in vielen Fällen auch das Problem des einzelnen Arztes, die Arbeitszeiten in den Griff zu bekommen.

Warum ist die Kammer wichtig für angestellte Ärztinnen und Ärzte?

Bork: Wir sind eine der wenigen Berufsgruppen mit einer eigenen Selbstverwaltung und können so die Weiterbildungsordnung modifizieren oder Bereiche der ärztlichen Rente verändern. Wo kann man sich sonst zusammensetzen und sich um die eigenen Belange so intensiv kümmern? Außerdem ist die Kammer auch eine Börse, auf der sich Informationen untereinander austauschen lassen.

Welche Entwicklungen hat es in der Kammer gegeben?

Bork: Seit ich in der Kammer bin, sind niedergelassene Ärzte in der Mehrheit. Das muss sich ändern. Wir haben auch schon einiges erreicht, etwa die Weiterbildungsordnung weiterentwickelt. Auch bei den Renten ist viel passiert.

Im Rahmen der Novellierung des Hessischen Krankenhausgesetzes sind die regionalen Gesundheitskonferenzen entstanden. Die Ärztekammer hat hier die Möglichkeit, einen Vertreter zu entsenden. Dort werden die Entwicklungen der gesundheitlichen Versorgung, speziell der entsprechenden Region, besprochen und weiterentwickelt. Zu erwähnen ist etwa das onkologische Konzept oder die Neugestaltung des notärztlichen Dienstes.

Den Marburger Bund sollte man wählen, weil er das einzige Organ ist, das die angestellten Ärztinnen und Ärzte optimal vertreten kann.

Aktuelle Position:
Facharzt für Anästhesiologie, Gesundheit Nordhessen Holding, Klinikum Kassel