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Prof. Dr. Helgard Kramer:
SS-Ärzte in Auschwitz
und im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess

Eine Veranstaltung im Rahmen des Forschungskolloquiums
Täter- und Opferbiografien im NS-Regime

Veranstalter: Fritz Bauer Institut
Montag, 4.11.02, 20:00 - 22:00 Uhr
Grüneburgplatz 1, Casinogebäude, Frankfurt a.M.
Cas 1.802 - Konferenzraum 1.802

 

Im KZ Auschwitz wurden SS-Ärzte zu Technikern des Massenmords. Konzentriert auf den Fall des Standortarztes von Auschwitz, Dr. Eduard Wirths, der 1945 nach Kriegsende eine Rechtfertigungsschrift verfasste und in britischer Haft Selbstmord beging, und auf den Fall des Dr. Hans Münch, gegen den, nach einem im Spiegel publizierten Interview mit Bruno Schirra, 1998 ein Ermittlungsverfahren wegen Beteiligung an NS-Verbrechen von der Staatsanwaltschaft Frankfurt eingeleitet wurde, wird die Selbstdarstellung der SS-Ärzte untersucht.

Münch, der 1947 als einziger von 40 Angehörigen des Auschwitzer SS-Personals vom höchsten polnischen Gericht in Krakow freigesprochen worden war, wurde im Ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess zum wichtigen "neutralen" Zeugen der Realität von Auschwitz und avancierte in späteren Verfahren zum Experten. Auch die Rechtfertigungsschrift von Eduard Wirths wurde im Verfahren herangezogen. Speziell wird untersucht, welche Vorstellungen von "humanem Verhalten" und "Anständigkeit" in den Äußerungen der SS-Ärzte einerseits, in der Urteilsbegründung des Ersten Frankfurter Ausschwitzprozesses andererseits entwickelt wurden.

Kontakt:  Rosinski, Wieslawa
Fritz Bauer Institut
Telefon 069/798-32240, Fax 069/798-32241

 

Beginn

www.mbhessen.de/aktuell/kr021104.htm
21.10.2002 Verantwortlich:
 Prof. Dr. H. Kuni