1 Pressemitteilung vom 14.12.04: Assistenzärzte und Pflegepersonal protestieren mit Laternenumzug gegen schlechtere Arbeitsbedingungen an hessischen Universitätskliniken  
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Pressemitteilung vom 14. Dez. 2004

Assistenzärzte und Pflegepersonal protestieren mit Laternenumzug gegen schlechtere Arbeitsbedingungen an hessischen Universitätskliniken

Befürchteter Stellenabbau und Mehrarbeit gefährden die Patientenversorgung
Befürchtung weiterer Verschlechterung wegen geplanter Fusion und Privatisierung der Universitätskliniken Gießen und Marburg

Die Krankenhausärztegewerkschaft Marburger Bund ruft Ärztinnen und Ärzte in den hessischen Universitätskliniken auf, sich an einer Demonstration von Beschäftigten des Klinikums der Philipps-Universität Marburg zu beteiligen. Mit einem Laternenumzug durch die Marburger Innenstadt am 17. Dezember 2004 wollen die Beschäftigten gegen Stellenabbau und längere Arbeitszeiten protestieren. Grund: Die hessische Landesregierung ist aus dem Arbeitgeberverband (TdL) ausgetreten und hat wichtige Tarifregelungen für die Angestellten im öffentlichen Dienst gekündigt, die zu einer Ausdehnung der Arbeitszeit bei Neueinstellungen oder bei der Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen von bis zu 42 Wochenstunden ohne Lohnausgleich führen. Zudem müssen die Betroffenen seither auf Urlaubsgeld und einen Teil der Weihnachtszuwendung verzichten. Zusammen führt das zu einem Einkommensverlust von etwa zehn Prozent.

Die Verlängerung der Arbeitszeiten und damit befürchteter Stellenabbau sowie die Einkommensverluste seien das "Weihnachtsgeschenk" von Ministerpräsident Roland Koch an die Klinikärzte und das Pflegepersonal des Klinikums. Dieses "Geschenk" stößt bei den in der Ärztegewerkschaft Marburger Bund organisierten Klinikärzten auf massiven Widerstand: "Das werden wir nicht klaglos hinnehmen", sagte ein Sprecher der Klinikärzte. "Den von der Landesregierung angestrebten Abbau von Arbeitnehmerrechten spüren letztlich die Patienten, die von zunehmend überlasteten Klinikärzten und Pflegepersonal versorgt werden müssen." Das Land als Arbeitgeber betreibe eine gefährliche Erosion tariflicher Rechte. Die Umsetzung der 42-Stunden-Wochen-Verträge bedeute faktisch einen Stellenabbau und weitere Mehrarbeit – verteilt auf die verbleibenden Mitarbeiter. "Die Arbeitsbelastung für uns ist bereits jetzt schon durch nichtärztliche Organisations- und Dokumentationsarbeiten hoch. Am Ende bleibt effektiv noch weniger Zeit für den Patienten. Die heile Welt von Prof. Brinkmann und Schwester Stephanie hat nichts mit der Realität im Krankenhaus zu tun!"

In diese Situation platzt die heutige Mitteilung der Landesregierung, wonach die Universitätskliniken Gießen und Marburg zunächst fusioniert und anschließend privatisiert werden sollen. Der Marburger Bund befürchtet allen Treueschwüren der Landesregierung zum Trotz


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19.12.2004 Verantwortlich: mb Farben Impressum mbhessen.de