Liebe Patientinnen, Patienten und Angehörige!
Am 8. März 2005 findet ein Warnstreik von Ärztinnen und Ärzten des Universitätsklinikums Marburg statt. Hierzu möchten wir Sie kurz informieren und um Ihr Verständnis bitten.
Die Ärzte und Ärztinnen des Klinikums der Philipps-Universität Marburg sichern Ihre medizinische Versorgung auf hohem Niveau 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Allerdings hat das Land Hessen bestehende Tarifverträge für Landesbedienstete einseitig gekündigt und ist aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TDL) ausgetreten. Für neu eingestellte Ärztinnen und Ärzte sowie für Kolleginnen und Kollegen, deren befristete Verträge verlängert werden, ist dadurch die Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden auf 42 Stunden angehoben worden. Das führt zu einer nicht vergüteten Verlängerung der Regelarbeitszeit bei gleichzeitigem Wegfall des Urlaubsgeldes und einer Reduktion der Weihnachtszuwendung auf 60%.
Die Verlängerung der Regelarbeitszeit auf 42-h/Woche bedeutet nicht, dass Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit für Patienten haben. Das Gegenteil wird der Fall sein: Da die Ärztinnen und Ärzte ohnehin durchschnittlich 60 Stunden/Woche arbeiten, machen sie zukünftig formal weniger Überstunden.
Wir befürchten dadurch den Wegfall von Arbeitsplätzen bei zunehmender Arbeitsdichte und somit noch mehr Arbeit für immer weniger Ärzte. All dies geht zu Lasten Ihrer Versorgung.
Das Land Hessen kann keine Tarifabsenkung und Tarifflucht betreiben, wenn gleichzeitig Bund und Gemeinden den Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) reformiert haben (TVöD). Dies führt im Ergebnis dazu, dass Ärztinnen und Ärzte an den hessischen Universitätskliniken nach dem Willen der Landesregierung „Spitzenmedizin“ erbringen und gleichzeitig Forschung und Lehre gewährleisten sollen, ihnen jedoch im Gegenzug schlechtere Arbeitsbedingungen als in Kreiskrankenhäusern geboten werden. Gleichzeitig erbringen Ärztinnen und Ärzte unbezahlte Überstunden in extremer Zahl und subventionieren dadurch Krankenversorgung, Forschung und Lehre.
Die Klinikärztegewerkschaft Marburger Bund hat das Land Hessen bisher erfolglos zu Tarifverhandlungen aufgefordert, weshalb jetzt gestreikt werden muss.
Wir bitten daher um Ihr Verständnis für die diese Aktion!
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