Mit gut 300 Ärztinnen und Ärzten beteiligte sich die überwiegende Zahl derer, die nicht durch Notdienste oder Tätigkeiten auf den Intensivstationen die unaufschiebbare Patientenversorgung sicherstellten, an dem Warnstreik, zu dem die Ärztegewerkschaft Marburger Bund aufgerufen hatte.
Dieses Foto (streik11.jpg) wie die folgenden Bilder verdanken wir dem OP-Fotografen Uwe Brock. Unter den aufgeführten Dateinamen können die Bilddateien in Originalqualität von der BRØWAGmbH bezogen werden.
Große Verärgerung wurde über die Haltung des Arbeitgebers in Wiesbaden zum Ausdruck gebracht. Die Ärzte fühlten ihren Einsatz am Patienten missachtet. Sie störten sich daran, dass "Controlling besser bezahlt wird als die Arbeit am Patienten". Als eine bösartige Gemeinheit des Arbeitgebers wurde betrachtet, dass am Wochenende Bereitschaftsdienst mit Anwesenheitspflicht angeordnet wird, die Cafeteria in dieser Zeit aber für die Ärztinnen und Ärzte verschlossen bleibt.
Die Wut kam auch darin zum Ausdruck, dass die Ansprachen von Dr. O. Böning, PD Dr. A. Scholz und Dr. E. Lindhorst von vielen Buh-Rufen und Trillerpfeifen begleitet wurden (s. das folgende streik13.jpg).
Die Medien berichteten ausführlich, zum Teil mit sehr wohlwollendem und verständnisvollem Kommentar. Damit gaben sie auch die häufig geäußerte Meinung von Patienten wieder. Es waren Stimmen zu hören wie 'endlich macht ihr mal was' und 'dem Pferd, das den Wagen zieht, gibt man das Heu nicht'…
Dagegen fällt kaum ins Gewicht, dass die OP Marburg meinte, der Marburger Bund habe als 'Standesorganisation' zum Warnstreik aufgerufen. Um es nochmals klarzustellen: Nur eine Gewerkschaft wie der Marburger Bund kann zu einem rechtmäßigen Warnstreik aufrufen!
Es war der Vorsitzende des Bezirksverbandes PD Dr. Scholz, der dem Arbeitgeber die rote Karte zeigte (streik5.jpg), bestätigt durch den anhaltenden Protest (streik15.jpg).
Infos zum Streik: