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Fotos und Nachlese zum bundesweiten Streiktag 06.09.05 in Stuttgart

Zum bundesweiten Streiktag erreichten uns inzwischen Fotos, die wir unseren Leserinnen und Lesern samt einer kleinen Nachlese nicht vorenthalten wollen. Sie sind eine gute Ergänzung zu den Fotos im Bericht des Bundesverbandes.

Aus Hessen waren aus allen drei Standorten der Uniklinika Streikende mit sechs Bussen angerollt, dazu viele weitere mit Bahn und PkW, insgesamt dürften alleine aus Hessen 500 Kolleginnen und Kollegen am Streik teilgenommen haben. Dennoch werden die Hessen auf den Fotos nur stark verdünnt zu erkennen sein, da die bundesweite Resonanz auf die vorbildliche Initiative der Baden-Württemberger im Vergleich zu den bisherigen Demonstrationen nochmals erheblich stärker geworden war.

Das gilt auch für die Kreativität, mit der den Zuschauern und Medien das Anliegen der Streikenden verdeutlicht wurde.

Ein wesentliches Streikziel wurde inzwischen erreicht: Am 12.10.05 wollen mb und TdL offizielle Tarifverhandlungen aufnehmen. Eine positive Nebenwirkung der breiten Mobilisation und des gewachsenen Selbstbewusstseins: Die Meinungsbildung zum Tarifvertrag im Bereich der Vereinigung der Kommunalen Arbeitsgeberverbände (VKA) hat zur Aufkündigung der Zusammenarbeit mit ver.di durch den mb geführt. Der TVöD wurde durch den mb nicht unterzeichnet, für seine Mitglieder gilt der BAT weiter.

Die Arbeitgeber (VKA) haben sich daraufhin noch nicht bewegt. Dazu bedarf es wohl ähnlicher Aktionen wie bisher im Bereich der Universitätskliniken.

ver.di bezeichnet die Maßnahmen des mb als 'ärztliche Kunstfehler', wirft ihm also eine strafbare Handlung vor! Er vergleicht die Forderungen des mb nach einer Erhöhung der Grundvergütung um 30% mit denen der Piloten (gemeint ist hier die Vereinigung Cockpit, VC). Wer wie der Autor dieser Zeilen Aktive der VC und ihre Organisation kennenlernen konnte, kann das nur als Kompliment empfinden. Große Fachkompetenz, hoher Organisationsgrad, geschlossenes und entschlossenes Auftreten verhelfen der VC zu einer enormen Durchsetzungsfähigkeit, von der andere Gewerkschaften nur lernen können. Die immer wieder erfolgreichen Bemühungen um einen hohen Sicherheitsstandard im Flugverkehr kommen natürlich nicht nur den Piloten, sondern auch der gesamten Crew zu Gute, nicht zuletzt auch den Passagieren.

Wie beim mb stellen nämlich auch bei der VC die Forderungen nach einem befriedigendem Einkommen nur einen Teil der gewerkschaftlichen Arbeit dar, der natürlich anlässlich kämpferischer Auseinandersetzungen besonders in Blickfeld gerät. Dabei wird gern übersehen, dass die Einkommenssituation und damit die Arbeitszufriedenheit ganz wesentliche Rahmenbedingungen darstellen, ohne die eine qualifizierte Dienstleistung auf die Dauer nicht erwartet werden kann.

ver.di wirft dem mb vor, eine Erhöhung des Einkommens zu Lasten der anderen Beschäftigungsgruppen erreichen zu wollen. Wir wollen ver.di nicht im Umkehrschluss unterstellen, dass sie eine Einkommenserhöhung der Ärzte zugunsten der anderen Beschäftigungsgruppe verhindern will. Wir entnehmen dem Vorwurf die aus der Erfahrung der Vergangenheit abgeleitete Sorge, dass jede Einkommenserhöhung aller Beschäftigten im Krankenhaus bisher aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen kontraproduktiv war: Da nur ein Teil der tariflichen Gehaltserhöhung in den Pflegesatz eingehen durfte, waren Stellenstreichungen und Arbeitsverdichtung die Folge. Auch die durch Fallgruppenpauschalen festgezurrten Einkünfte der Krankenhäuser haben einen vergleichbaren Effekt. Den dafür verantwortlichen Politikern muss aber spätestens seit der bundesweiten Streikwelle der Ärztinnen und Ärzte aus den Uniklinken klar werden, dass das Ende dieser Art von 'Sparpolitik' gekommen ist.

Selbstverständlich erwartet der mb, dass wie bei Überleitung der AiP in volle Arztstellen und beim Abbau von Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz die erforderlichen Kosten auch bei einer überfälligen Anpassung der ärztlichen Einkünfte in der Finanzierung der Krankenhäuser so berücksichtigt wird, dass nicht durch weitere Stellenstreichungen das Arbeiten noch unerträglicher wird und die Patientenversorgung noch mehr leidet.

Dem mb liegt also nichts ferner als eine Einkommensverbesserung auf dem Rücken der Beschäftigten (das ver.di-Szenario träfe ja alle, soweit nicht ver.di einer selektiven Verminderung des Einkommens der bei ihm organisierten Gruppen zustimmt). Das Recht, das der mb für die bei ihm Organisierten in Anspruch nimmt, wird er selbstverständlich den anderen Beschäftigten im Krankenhaus und der Gewerkschaft, bei der sie sich organisieren, nicht streitig machen. Von alleine wird allerdings, wie die Erfahrung zeigt, sich auch hier nichts bessern - eher im Gegenteil…

Nun zu den Streikfotos aus Stuttgart: Um die Ladezeiten unserer Seiten nicht zu groß werden zu lassen, bringen wir stark komprimierte Bilder auf dieser Webseite. Wir verdanken sie dem Fotografen Michael Latz, Birkenwaldstrasse 109a, 70191 Stuttgart, (Tel. 0711-649 24 89, Fax 0711-259 89 07, Mobil 0172-711 40 95). Unter den aufgeführten Dateinamen können die Bilddateien in Originalqualität bei ihm info@michaellatz.de bezogen werden.

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01.04.2005 Verantwortlich: Impressum mbhessen.de