Frankfurt a.M. – Die Ärztinnen und Ärzte in den Dr. Horst Schmidt-Kliniken, Wiesbaden, in den Main-Taunus-Kliniken (Bad Soden und Hofheim), im Klinikum Kassel, in der Orthopädischen Klinik Kassel, im Städtischen Klinikum Frankfurt-Höchst, im Klinikum Bad Hersfeld, im Klinikum Hanau, Klinikum Offenbach, im Kreiskrankenhaus Alsfeld, in den Lahn-Dill-Kliniken(Standorte Wetzlar und Dillenburg) werden dem Aufruf der Ärztegewerkschaft Marburger Bund folgen und streiken am 13. Dezember 2005 gegen ihre Arbeitssituation und für einen ärztespezifischen Tarifvertrag (genaue Übersicht im Streikaufruf). Überlange Arbeitszeiten, unvergütete Überstunden, zu geringes Einkommen, kurzzeitig befristete Arbeitsverträge und zu viel Bürokratie machen den Arztberuf unattraktiv. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat deshalb die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) aufgefordert, einen arztspezifischen Tarifvertrag abzuschließen, um die Arbeitsbedingungen der Krankenhausärzte zu verbessern.
Leider verweigern sich die Arbeitgeber jedoch konsequent Tarifverhandlungen und überführen zudem alle Ärzte in den neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Der Marburger Bund hat diesen Tarifvertrag nicht unterzeichnet, da er vielen Medizinern erhebliche Gehaltseinbußen bescheren wird, erklärten die Ärzte der Krankenhäuser. Im Vergleich zum alten Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) verliert bspw. ein 29jähriger verheirateter Berufseinsteiger nach einem Jahr im TVöD rund 5.000 €, nach zehn Jahren über 31.000 € und nach 20 Jahren rund 68.000 €.
Die Ärzte der Krankenhäuser versicherten, dass mit ihren Protestaktionen kein Patient zu Schaden komme, da eine Notversorgung sichergestellt werde. Der Streik ist auch eine Demonstration im Sinne unsere Patienten, denn sie haben Anspruch auf ausgeruhte und motivierte Mediziner , so die Ärzte der Krankenhäuser. Sie fordern die Krankenhausleitungen auf, Druck auf ihre Arbeitgebervertretung VKA auszuüben, damit es möglichst rasch zur Aufnahme von Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund kommen könne. Wir wollen und brauchen einen Tarifvertrag, der unsere spezielle Arbeitssituation als Ärzte berücksichtigt , so die Mediziner.
Bei Interesse vermitteln wir Ansprechpartner für O-Töne "vor Ort"
V.i.S.d.P: Marburger Bund, Lv Hessen, RA Udo Rein