mblogo.ipg 7kB

Hessen-Loewe  3kB

 

Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.

 

Landesverband Hessen

 


Expeditionsärztin in der Antarktis

MB Farben

Startseite mb hessen

 

MB Farben

Aktuelle Infos

 

14. Bericht von MB-Mitglied Dr. Ulla Stüwe: Rückkehr nach Deutschland!

 

Nach 14 Monaten Überwinterung in der Antarktis kam ich zurück, ganz neugierig auf Veränderungen im Lande. Man hat ja so seine Erwartungen.
Also: Die internationalen Flughäfen sahen nahezu identisch aus, die Preise überall auf hohem Niveau. Eigentlich nicht Neues!
Aber: Anhaltende Regenfälle, die ich während 14 Monaten nicht erlebt hatte. Das Geräusch war noch vertraut! Wieder neu und schön!
Weiter: Samstagseinkauf in einer mittelgroßen deutschen Stadt: In den Geschäften Andrang, um mich herum Geknurre der Wartenden. Dabei waren die Verkäufer gar nicht unfreundlich, aber es waren viel zu wenige!

Arbeitslosenzahlen weiterhin auf hohem Niveau!?!?

Aber viel schlimmer: Autokauf! Trotz rückläufiger Zahlen beim Neuwagenabsatz im Lande!

In den meisten Salon wurde ich kaum beachtet, oder, wenn doch, mit Bemerkungen wie:
"Na, der ist doch wohl für Sie zu groß!"
Erschrocken war der Herr über meine Rückfrage: "Meine Sie, ich kann ihn nicht bezahlen oder ich komme damit nicht ins Parkhaus?"
"Nein, nein, so habe ich das nicht gemeint!"
(Wie denn dann?)
"Wollen Sie nicht lieber diesen Wagen hier kaufen?" und dann bot man mir einen Ladenhüter an.

Gut bedient wurde ich bei zwei japanischen Firmen mit deutsch-italienischem Personal!!! Und dort kaufte ich dann auch - wenn man freundlich und sachkompetent bedient wird, gibt man sein Geld doch gerne aus - oder?

Servicewüste Deutschland - es soll Menschen geben, die diesen Zustand bezweifeln!

Besuch in der Klinik:
Große Freude, mich wieder zu sehen bei den meisten der ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.
Zahlreiche Fragen nach meiner Rückkehr.
Hatte man mich vermisst? (Eine Institution wie eine Klinik bemerkt nicht, wenn jemand nicht mehr da ist, derartige Lücken sind blitzschnell geschlossen, wenn sie überhaupt bemerkt wurden!)
Erworbene Qualifikationen wurden gefeiert, man aß, man trank. Aber gelacht wurde wenig. Schade, aber die Gespräche drehten sich ja nahezu ausschließlich um's Krankenhaus.
Da gibt's wohl nichts zu Lachen!?!?
War das schon immer so? Und ich habe es früher nur nicht bemerkt?
Schade, ich hatte mal gelernt, dass man in freundlicher Atmosphäre schneller gesund wird. Und wenn Ärzte schon auf Festen nicht Lachen - wann denn dann?

Deutsches Ärzteblatt:
"Klinikstress" ist einen langen Artikel wert! Herrn Goerg und seinen Kolleginnen und Kollegen sei dafür gedankt!
Ganz klare Beschreibung der Zustände in der Klinik, wie ich sie selber schon zur Genüge kennen gelernt hatte. Auch aus meiner ehrenamtlichen Arbeit als Mobbing-Beauftragte der Ärztekammer kannte ich derartige Berichte:

Ich schöpfe viel Hoffnung aus der Berichterstattung vom deutschen Ärztetag in Ludwigshafen. Die Probleme des Artikels werden auch dort artikuliert, selbst bei "Sabine Christiansen" steht das Thema mit zur Diskussion.
Der "Stern" widmet dem Horror-Job Arzt eine Titelgeschichte, aber auffällig ist und bleibt, dass Betroffene sich nahezu ausschliesslich anonym zu Wort melden aus Angst vor Repressalien!

Warum können sich die Betroffenen nicht mit Namen zu Wort melden?
Viel schlimmer:
Warum findet das niemand erschreckend?

Andere Zeitungen ziehen nach - und dann werden Interviews zu diesem hochbrisanten und hochaktuellen Thema, welches berufspolitisch aktive Ärztinnen und Ärzte seit gut zehn Jahren beschäftigt, verweigert wegen Erfahrungen mit der Presse, die Ehepartner aus einem völlig anderen Beruf gemacht haben!

Hat sich denn wirklich so viel verändert während meiner Abwesenheit?

Bleiben wir gemeinsam "am Ball"! Und das gemeinsame Lachen können wir ja noch üben......

  Dr. med. Ursula Stüwe

 

 

Beginn

 

www.mbhessen.de/aktuell/stue014.htm
Stand: 18.06.2001 Verantwortlich:  
Prof. Dr. H. Kuni