Die Hauptversammlung des mb hessen am 23.11.2005 hätte nicht besser datiert sein können: Die heute von den Ärztinnen und Ärzte der Charité Berlin bekanntgewordene Entschlossenheit zum Streik hat in Erinnerung gerufen, dass in Hessen außer hinhaltender Beschwichtigungsversuche von den Verantwortlichen der hessischen Landesregierung keine wirklichen Maßnahmen getroffenen wurden, um die unerträgliche Ausbeutung ärztlicher Arbeitskraft an den hessischen Unikliniken abzubauen. So hatte der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Joachim-Felix Leonhard schon vor Monaten erklärt, der Aufsichtsrat habe die Vorstände der hessischen Universitätsklinika angewiesen, den Ärzten Verträge mit längeren Vertragslaufzeiten zu geben, in der Regel bis zum Abschluss der Facharztweiterbildung. Geschehen ist aber bis heute so gut wie nichts! Da bei der Zusammenlegung der Uniklinika Gießen und Marburg die Landesregierung gezeigt hat, dass auch große und umwälzende Veränderungen, die sie wirklich erreichen will, in kürzester Zeit umgesetzt werden, muss daraus geschlossen werden, dass es sich hier nur um leere Absichtserklärungen ohne wirklichen Willen zur Veränderung handelte. Auf die übrigen Forderungen der Klinikärzte war der Arbeitgeber gar nicht erst eingegangen.
Vor diesem Hintergrund ist der einstimmige Beschluss der Hauptversammlung zu sehen:
"Der angekündigte Streik der Kolleginnen und Kollegen an der Charié Berlin findet die uneingeschränkte Solidarität des mb hessen.
Auch an den hessischen Universitätskliniken ist seit den ersten Arbeitskämpfen keine wirkliche Bewegung zur Erfüllung unserer Forderungen zu erkennen. Deshalb wird auch in Hessen an weitere Maßnahmen zu denken sein."