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Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.  

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Tarifabschluss Januar 2003

Natürlich haben viele längst zum Rechner gegriffen und festgestellt, wie wenig von der "Zwei vor dem Komma" bleibt, wenn die sehr lange Laufzeit des Tarifvertrages über 27 Monate und andere kompensatorische Zugeständnisse an die Arbeitgeber gegen gerechnet werden: Bezogen auf ein Jahr macht die tatsächliche Gehalterhöhung etwa 0,6 Prozent aus und damit deutlich weniger als die durchschnittliche Teuerungsrate.

Es wird damit deutlich, dass es nicht nur einer vom Gesetzgeber verordneten "Nullrunde" bedarf, um den Arbeitnehmern mit einer effektiven Minusrunde als Lohn für ihre Arbeit kräftig in die Tasche zu greifen, sondern dass dies auch mit einem vordergründig mehrprozentigen Abschluss moeglich ist. Ärztinnen und Ärzte wird auch besonders aufstoßen, dass die Arbeitgeber das Ausmaß unbezahlter Mehrarbeit auf zynische Weise dadurch reduziert haben, dass einfach die Jahresarbeitszeit durch den Wegfall des AZV-Tages um acht Stunden verlängert worden ist.

Das soll aber die gewerkschaftliche Leistung dieses Abschlusses nicht in einem schlechten Licht erscheinen lassen - im Gegenteil:
Verbunden mit einzelnen geplanten Sparmassnahnmen, wie z.B. der Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit, das Absenken der Weihnachtszuwendung, hätte eine ungebremste "Nullrunde" noch viel verheerendere Auswirkungen auf die ohnehin angespannte Haushaltslage der Arbeitnehmer im Öffentlichen Dienst gehabt. Ein höherer Abschluss wäre nur mit Arbeitskampfmaßnahmen durchsetzbar gewesen. Wer den Cent nicht ehrt...

Es gibt aber auch keinen Grund, sich zufrieden mit dem Erreichten zurück zu lehnen und über dem Alltag zu vergessen, dass für uns im Krankenhaus die Arbeit erst beginnt.

  • Zwar konnte eine Absenkung der Eingangsbezahlung um eine Vergütungsgruppe abgewendet werden, was die Ärzteflucht sicher noch weiter drastisch verstärkt hätte. Die längst überfällige Anhebung der ÄiP-Vergütung auf das Niveau approbierter Ärzte ist aber immer noch nicht abzusehen.
  • Der Tarifabschluss im Ö.D. kann von den Krankenhausträgern auch nicht als Begründung für umfangreiche Entlassungen und Stellenstreichungen heran gezogen werden. Es wird genau zu beobachten sein, ob hier nicht von mancher Leitungskraft ein bequemer Weg eingeschlagen wird, anstatt wie in Greifswald durch drastische Maßnahmen, die sicher auch von der Ärzteschaft massiv unterstützt würden, der Bevölkerung und den Krankenkassen deutlich zu machen, welche Versorgungslücken durch überzogene Mittelkürzung aufgerissen werden.
  • Jetzt gilt es entschlossen, rasch und vollständig die gesamte bisher unbezahlte Mehrarbeit in Rechnung zu stellen. Ein Krankenhaus, dass keine Dokumentation dazu nachweisen kann, wird auch nicht die von der Politik bereitgestellten Sondermittel zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes abrufen können.
  • In den Vergütungsgruppen der Ärztinnen und Ärzte soll der Angleich der Vergütung im Tarifgebiet Ost weiterhin über 2007 hinaus bis ins Jahr 2009 verschleppt werden. Bereits heute kann den Patientinnen und Patienten nur geraten werden, mit den ausgebeuteten Krankenhausärzten rechtzeitig die Flucht in besser versorgte Bundesländer anzutreten.

 

 

Beginn

www.mbhessen.de/aktuell/tarif0301.htm
24.01.2003 Verantwortlich:
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