Im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen zwischen den Verbänden der Krankenkassen und der Hessischen Krankenhausgesellschaft kam es nicht zu einer Einigung, so dass das Schiedsamt angerufen wurde. Dieses setzte einen Landesbasisfallwert für Hessen in Höhe von € 2694,75 fest. Das ist die Geldsumme, die jede Klinik erhält z.B. für eine Behandlung eines Patienten mit dem CMI 1 oder Schweregrad 1. Das kann reichen, muss aber nicht. Das BMGS hat im Rahmen seiner geplanten Ersatzvornahme einen Fallwert für Hessen festgelegt, der um ca. 90 € über dem jetzt aktuellen liegt. Aber man ist zunächst an die Entscheidung des Schiedsamtes gebunden.
Unsere Tabelle zeigt, welche Krankenhäuser bislang mit ihrem individuell vereinbarten Fallwert (base rate) über dem "neuen Fallwert", welche darunter lagen. Bei genauerem Studium fällt schnell auf, dass alle Krankenhäuser und Kliniken mit hoher Spezialisierung wie Uni-Kliniken oder große Krankenhäuser der Maximalversorgung über dem aktuellen Fallwert, kleinere Häuser mit kleinerem Versorgungsauftrag darunter lagen. Letztere werden frohlocken – bekommen sie doch mehr Geld für ihre Leistung! Ein großes Problem jedoch entsteht in den Uni-Kliniken und Häusern der Maximalversorgung. Sie sind die Verlierer – mehr aber noch die Patienten! Wir erinnern uns an gerade vergangene Jahre:
Was steht uns, mehr aber noch den Patientinnen und Patienten in Kürze bevor? Eine qualitativ hochstehende medizinische und pflegerische Versorgung wird zur Mangelware, denn man wird Stellenabbau betreiben, um in den Kliniken wenigstens annähernd schwarze Zahlen zu schreiben. Damit ist eine weitere Verdichtung der Arbeit für alle Berufsgruppen in den Kliniken vorprogrammiert mit ausgesprochen unschönen Konsequenzen für die Patienten:
Wie jedoch reagieren die Krankenkassen auf diese Situation?
Schauen Sie auf die offiziellen Pressemeldungen, in denen intensiv darauf hingewiesen wird, dass den Kliniken ja sehr wohl "andere Geldquellen" zur Verfügung stehen, die für entsprechenden Ausgleich sorgen würden. Allerdings verschweigt man höflich, dass für die zusätzlich zu verhandelnden Zusatzentgelte in 2005 eine recht erhebliche Zusatzdokumentation und Kodierung zu erbringen ist, um überhaupt in den Genuss dieses Geldes zu kommen. Vom zu erwartenden Verhandlungsmarathon ganz zu schweigen! Die Erträge werden voraussichtlich nicht einmal ausreichen, um diese Zusatzarbeit im Fach "Bürokratismus" finanziell zu entlohnen – ganz abgesehen davon, dass insbesondere bei Kindern derartige Zusatzentgelte quasi nie erreicht werden können, da dosisabhängig z.B. in der Chemotherapie abgerechnet wird! Entsprechend gering sind die Dosierungen!
Eine weitere Geldquelle sind ambulante Operationen – aber wie will man diese zusätzlich zur stationären Patientenversorgung durchführen, wenn im stationären Bereich schon alles zu knapp ist? Etwa Personal einstellen?
Zur weiteren Information schauen Sie unbedingt auf die Darstellung der verschiedenen Geldtöpfe in Form einer Statistik, wie sie von den Verbänden der Kassen beigefügt wurde! Statistik bekommt hier nun wirklich eine ganz neue Dimension…
Am besten bleiben Sie gesund!
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