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Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.  

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PDF  Priv. Doz. Dr. med. Roland Wönne zum 60. Geburtstag
(Ausriss aus dem Hessischen Ärzteblatt 4/2000 S. 126, 1 MB!)
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Nachruf auf PD Dr. med. Roland Wönne

Erschüttert trauern wir um unseren Kollegen PD Dr. Roland Wönne, der am 1.11.2003 im 64. Lebensjahr verstorben ist.

Wer die Erfahrung gemacht hat, dass bei vielen Ärzten die Persönlichkeit und spezielle Profession eng und charakterisierend miteinander verbunden sind, sah sich bestätigt, konnte er Roland Wönne kennen lernen: Seine Persönlichkeit, die charismatische Ausstrahlung, Warmherzigkeit, offene Zuwendung, fundierte Analytik, profunde Erfahrung und ungeteilte Aufmerksamkeit unter Zurücknahme der eigenen Person vereinte, hat sicher auch besorgte Eltern davon überzeugt, ihm ohne Zögern ein schwer krankes Kind anzuvertrauen. Undenkbar, dass sich ihm ein Kind bei Diagnostik und Therapie verschlossen hat.

Den Mitgliedern des Marburger Bundes und den regelmäßigen Leserinnen und Leser dieser Website müssen wir hier nicht wiederholen, was über Roland Wönne bei besonderen Anlässen, wie zuletzt zu seinem 60. Geburtstag, oder bei Ehrungen, wie der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, zu berichten war: Über seine Verdienste

  • um die Kinderheilkunde als leitender Arzt der Abteilung Pneumologie und Allergologie am Clementine-Kinderhospital Frankfurt; als Wissenschaftler mit Arbeit im Inland, an der Universität Rochester N.Y./USA und am Research Institute des Hospital for Sick Children in Toronto/Kanada vor allem über bronchiale Hyperreagibilität von asthmatischen Kindern und bei Mukoviskoidose; als Sekretär der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie über mehr als anderthalb Jahrzehnte; als geschätzter Berater im wissenschaftlichen Beirat der Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind e.V. und vieler Selbsthilfegruppen betroffener Familien,

  • um das Gesundheitswesen in verantwortlicher Stellung der hessischen Ärzteschaft, seit 1996 als Vizepräsident der Landesärztekammer Hessen; als Vertreter der Landesärztekammer und Mitglied im Lenkungsausschuss "Qualitätssicherung" der hessischen Krankenhausgesellschaft; als Mitglied der ständigen Konferenzen "Ärztliche Weiterbildung" und "Krankenhaus" bei der Bundesärztekammer und natürlich in der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen seit 1984, bei der seine Haltung besonders von der sozialen Verpflichtung des Arztes geprägt war, ohne dass er die besonderen Belange der Ärzteschaft aus dem Blick verlor,

  • um die angestellten und beamteten Ärztinen und Ärzte, in deren Marburger Bund er seit 1967 Mitglied war und in dem er seit 1979 aktiv mitarbeitete, seit 1989 an der Spitze des Landesverbandes Hessen. Gelegentlich überfielen ihn Zweifel, ob sein Verzicht auf eine akademische Karriere zugunsten seines intensiven Einsatzes für die Belange der angestellten Ärztinnen und Ärzte gerechtfertigt war. Er konnte noch mit Freude miterleben, dass seine beharrliche Arbeit gegen die Ausbeutung ärztlicher Arbeitskraft zum Erfolg geführt hat.

Die nahende Altersgrenze vor Augen verband er unverminderten persönlichen Einsatz für den mb mit der kollegialen Beteiligung und frühzeitigen Heranführung Jüngerer an die Arbeit im Vorstand und im geschäftsführenden Vorstand. Es kennzeichnet seinen Weitblick, seine verantwortungsvolle Umsicht und seinen zukunftsweisenden Führungsstil, dass unter keinen Umständen die Handlungsfähigkeit des mb geschmälert wird und auch die Vertretung der hessischen Ärztinnen und Ärzte nach außen, die ihm gerade in einer Zeit des Umbruchs im Gesundheitswesen ein wichtiges Anliegen war, gewahrt bleibt.

Nach innen werden wir uns noch lange über den schmerzlichen Verlust austauschen, den wir mit seinem Tod erlitten haben. Die Erinnerung an seine prägende Persönlichkeit wird alle, die ihn näher kennen lernen durften, nicht verlassen. Wie seine Integrationsfähigkeit und das grundsätzliche Wohlwollen gegenüber anderen Meinungen auch bei sehr kontroversen Debatten zu einem einenden und schlagkräftigen Beschluss führten, hat die Arbeit im Vorstand des mb hessen in langen Jahren so geprägt, dass dieser Stil auch die Diskussionen bei den seltenen Gelegenheiten leitete, wenn er bei einer Sitzung verhindert war. So ist sicher, dass das auch weiter unsere Arbeit bestimmen wird.

Roland Wönne hat seine Haltung im Kampf gegen die zunehmende Vergiftung und Verschmutzung der Umwelt, den er durch Vorträge beim BUND und vor Laien sowie durch seine Mitwirkung im ökologischen Ärztebund unterstützt hat, unaufdringlich und überzeugend vorgelebt, so zum Beispiel in der grundsätzlichen Bevorzugung öffentlicher Verkehrmittel gegenüber dem Flugzeug auch unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile. Vor dem Missbrauch von Antibiotika und der damit verbundenen Gefahr der Vermehrung multiresistenter Keime hat auch er gewarnt. Alle, die dadurch nachdenklich geworden sind, werden es um so schmerzlicher empfinden, wenn unerwartete Komplikationen im Heilungsverlauf aus diesem Grund ein Schicksal bestimmen, und in der Haltung Roland Wönnes ein verpflichtendes Vermächtnis für konsequentes Handeln sehen.

 

Beginn

www.mbhessen.de/aktuell/woennenr.htm
06.11.2003 Verantwortlich:
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