Änderung der Weiterbildungsordnung: Simulatortraining in der Notfallmedizin

Durch die Änderung der Weiterbildungsordnung für die Zusatzweiterbildung „Notfallmedizin“ können  ab 1. Januar 2016 von den geforderten 50 Einsätzen im Notarztwagen oder Rettungshubschrauber bis zu 25 Notfalleinsätze in Form eines anerkannten Simulatortrainings in der Notfallmedizin absolviert werden.

Bisher gab es nur zwei anerkannte Simulationszentren in Deutschland – in Hamburg und im Saarland. Mit dem Simulationszentrum Mittelhessen in Marburg-Cappel steht seit Juni 2015 das erste Zentrum in Hessen zur Verfügung.

Beim 15. Mittelhessischen Rettungsdienstsymposium 2016 im Universitätsklinikum Marburg konnte das Marburger Bund-Mitglied  Dr. Paul Otto Nowak als Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und Vorsitzender des Ausschusses „Notfallversorgung und Katastrophenmedizin“ dem Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Rettungsdienst Mittelhessen, Markus Müller, das Anerkennungs­schreiben der Landesärztekammer Hessen überreichen.

In der Praxis können eine ausreichende Einsatzfrequenz und ein möglichst umfassendes Einsatzspektrum oftmals nicht sicher erreicht werden. Besonders kritische Notfallereignisse finden nur selten statt und nicht immer kann ein angehender Notarzt dabei umfassend selbst tätig werden. Mit dem Marburger Kursangebot „E-SIM-25“ kann die Hälfte der geforderten Einsätze im Rahmen eines dreitägigen Simulationstrainings absolviert werden.

Im Kurs werden kritische Notfallsituationen und komplexe Szenarien aus den Bereichen Traumato­logie, Innere Medizin, Neurologie und Pädiatrie simuliert und geübt.  Die Arbeit am High-End-Simulator erfolgt in Kleingruppen: Je vier Teilnehmer werden dabei von zwei erfahrenen Instruktoren und Notfall­medizinern begleitet. Dabei werden nicht nur medizinische Versorgungsabläufe trainiert, sondern auch das Zusammenspiel im Einsatzteam (Team Resource Management). Die Trainings­einheiten werden audio- und videogestützt durchgeführt und durch ein umfassendes Debriefing abgeschlossen.

Die ärztliche Leitung liegt beim Zentrum für Notfallmedizin des Universitätsklinikums Marburg.

Mehr Infos: www.sim-mh.de

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Übergabe der Anerkennung der Landesärztekammer an das Simulationszentrum Mittelhessen. V.l.n.r.: Dr. Birgit Plöger (Zentrum für Notfallmedizin, Ärztliche Leiterin des Simulationszentrums Mittelhessen), Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Dr. Paul-Otto-Nowak (Vorsitzender der Bezirksärztekammer Marburg und Vorsitzender des Ausschusses "Notfallversorgung und Katastrophenmedizin" der Landesärztekammer Hessen), Stephan Grosch (Leiter Simulationszentrum).

Auor: pon

Foto: S. Papendorf.

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