KDAVO: Änderungen der Vergütung ab 1.04.10

Die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK) hat am 17. März 2010 beschlossen, in der Kirchlich-Diakonischen Arbeitsvertragsordnung (KDAVO) die Vergütung für die in einer Einrichtung des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau (DWHN) beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab 1. April 2010 neu festzusetzen.

Eigene Entgelttabelle und Eingruppierungsordnung

Für die Ärztinnen und Ärzte wurde erstmals eine eigene Entgelttabelle (Anlage 2A zur KDAVO) und eine eigene Eingruppierungsordnung (Anlage 1A zur KDAVO) geschaffen, die sich an die Vereinbarungen des Marburger Bundes (MB) mit den kommunalen Arbeitgebern anlehnt. Damit haben die über mehrere Jahre verfolgten Bemühungen des MB Hessen Erfolg gehabt. Die Gesprächsergebnisse des MB mit der Agaplesion AG von Ende letzten Jahres finden sich teilweise in den Änderungen der KDAVO wieder.

Die Entgelttabellen enthalten zukünftig anteilig die Jahressonderzahlung von 60 Prozent und die ertragsabhängige Bonuszahlung von bis zu 40 Prozent, womit der Streit um eine evtl. zeitverschobene Auszahlung des Bonus beendet ist. Die Tabellen der KDAVO liegen im Niveau über dem derzeitigen TV-Ärzte/VKA und antizipieren die 2010 erfolgenden Erhöhungen der Gehälter.

Da für die Stufensteigerungen nicht auf die Berufserfahrung, sondern nur auf die “entgeltrelevante Zeit” (ERZ) bei einem Arbeitgeber im DWHN abgestellt wird, ist bei Neueinstellungen oder beim Wechsel des Arbeitgebers im Geltungsbereich der KDAVO darauf zu achten, sich die Berufserfahrung bei anderen Arbeitgebern gem. § 27 Abs. 4 KDAVO anrechnen zu lassen.

Die Tabellenwerte steigen ab 1. Januar 2011 und ab 1. Januar 2012 jeweils um 1,1 Prozent.

Dienste werden besser bezahlt

Neben den Entgelttabellen wurden auch die Stundenentgelte geändert, die als Basis für die Bezahlung der Bereitschaftsdienste und der Rufbereitschaften dienen. Assistenzärztinnen und Assistenzärzte erhalten nun ein Stundenentgelt von 22,92 €, Fachärzte / Fachärztinnen und Oberärzte / Oberärztinnen erhalten 28,83 €. Dies stellt insbesondere für Fachärzte und Oberärzte eine Verbesserung dar, deren bisherige Stundenentgelte mit 24,05 € und 26,09 € hoffnungslos unterbewertet waren. Ein Manko bleibt nach wie vor die durchweg um 10 Prozent schlechtere Bewertung der Arbeit im Bereitschaftsdienst (Ausnahme: Kliniken der Agaplesion AG).

Umsetzung unter “Vorbehalt

In einigen Kliniken der Agaplesion AG wurden die jetzt von der ARK beschlossenen Entgeltsummen bereits im Wege von einzelvertraglichen Vereinbarungen gewährt. Da die Summen sich dort aus Grundwerten der KDAVO “alt” und Zulagen zusammensetzten, werden die Individualvereinbarungen in nächster Zeit geändert werden müssen. Gerne beraten wir unsere Mitglieder, wenn sie uns die angebotene Vertragsänderung zur Prüfung senden.

Gegen den Beschluss der ARK wurde von der Gewerkschaft verdi Einspruch erhoben, da verdi in der letzten Sitzung der ARK noch einige Verbesserungen für den nichtärztlichen Bereich forderte, die allesamt abgelehnt wurden.

Wir gehen davon aus, dass die Entgelterhöhungen bis zur endgültigen Klärung der Verbindlichkeit durch eine Entscheidung im Schlichtungsverfahren vollständig oder teilweise unter Vorbehalt ausbezahlt werden.

Ausgrenzung des MB aus der ARK immer fragwürdiger

Da nun in der KDAVO spezielle Regelungen für die Ärztinnen und Ärzte enthalten sind, wird die Ausgrenzung des Marburger Bundes aus der ARK immer fragwürdiger, denn in der ARK dürfen laut Kirchengesetz bisher nur Gewerkschaften vertreten sein, die zur Organisation für alle Mitarbeiter offen stehen. Neben dem Verband der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VKM) und ver.di erhält der Marburger Bund als “Spezialistengewerkschaft” auf der Arbeitnehmerseite keinen Sitz.

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