Ärzteflucht ins Ausland wird dramatisch zunehmen

Nach diesem Bericht in focus.de müssen wir befürchten, dass die Flucht ins Ausland in den nächsten Jahren noch dramatisch zunehmen wird, wollen doch nach einer dort vorab zitierten Studie der Ruhr-Universität Bochum 70% der Medizinstudierenden nach dem Abschluss ihrer Ausbildung ins Ausland gehen.

Die weitere Bewertung der Ergebnisse dieser Studie ist sicher erst nach ihrer vollständigen Veröffentlichung möglich. So bleibt offen, ob die nur 17%, die nach dem Vorabbericht an eine hausärztliche Tätigkeit denken, diese überhaupt im Inland ausüben wollen. Falls die Studie ganz oder überwiegend die Studierenden vor dem die Ausbildung abschliessendem Praktischen Jahr befragt haben sollte, müssen wir befürchten, dass sich die Auswanderungspläne nach diesem Abschnitt noch verhärten werden.

Für die Repräsentativität der Studie spricht die Übereinstimmung ihrer Ergebnisse mit dem Resultat einer Umfrage, die das Deutsche Ärzteblatt in Zusammenarbeit mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) durchgeführt hatte. Sogar 89% der Studierenden zeigten sich damals grundsätzlich offen für eine vorübergehende Tätigkeit im Ausland und 69% dachten an eine dauerhafte Tätigkeit im Ausland.

Die Motive für die Auswanderung des Nachwuchses decken sich fatal mit den Klagen in den Umfragen des Marburger Bundes unter seinen Mitgliedern über die Gründe ihrer Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen: Arbeitszeiten, die Budgetierung der Leistungen sowie die Vergütung.

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