Ärztemangel an hessischen Krankenhäusern besonders ausgeprägt

Vielleicht ist es dem Sommerloch geschuldet, dass Aerztezeitung.de in diesem Artikel im Juli die vielen offenen Arztstellen in hessischen Krankenhäusern thematisiert und dabei Zahlen der hessischen Krankenhausgesellschaft aufführt, mit denen wir uns bereits im Frühjahr auseinander gesetzt hatten. Auch im Sommerloch schwitzend greifen wir den Artikel gleichwohl auf, weil über diese Misere nicht häufig genug berichtet werden kann. Müssen doch die Patienten hessischer Krankenhäuser die Folgen ausbaden und die verbliebenen Ärztinnen und Ärzte die Lücken mit Mehrarbeit zu schließen versuchen. Die Versuche der Krankenhäuser, fehlende Fachärzte mit Honorarärzten auszugleichen, denen ein Vielfaches der angestellten Kolleginnen und Kollegen bezahlt werden muss, reißen weitere Löcher in die ohnehin schon strapazierten Budgets.

Nach dem statistischen Bundesamt (Stand Ende 2008) fielen auf Hessens ‘Plankrankenhäuser‘ 7,7% der ärztlichen Vollkraftstellen in den alten Bundesländer. Nach den Zahlen der hessischen Krankenhausgesellschaft können 580 Stellen nicht besetzt werden, in den alten Bundesländern waren es nach dem Krankenhausbarometer 2009 3.800, also beträgt der hessische Anteil 15,3%!

Bei der Suche nach den Ursachen brauchen Sie nur in unserem Blog zu blättern, um die zahlreichen Beispiele ärztefeindlicher Politik zu lesen: Mangelhafte Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes, monströse Bürokratie, unbezahlte Mehrarbeit, familienfeindliche Strukturen, Umgehung des Tarifvertrages, schlechte Bedingungen für die Weiterbildung und und und. Die in Hessen besonders heftigen, langdauernden und wiederholten Streiks gegen die Krankenhäuser im Bereich der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) kamen nicht von ungefähr. Sie waren auch Folge der in Hessen besonders ausgeprägten Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen und der nicht erkennbaren Bereitschaft vieler hessischer Arbeitgeber, sie zu verbessern.

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