Ärztinnen und Ärzte des Uniklinikums Frankfurt empört über Berichterstattung

Wir kommen nochmals auf die unkritische Verwendung von Überstunden-Statistiken aus den Verwaltungen der Uniklinika Frankfurt sowie Gießen und Marburg durch den hessischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst zurück. Wir hatten speziell auf die unglaubwürdig niedrige Zahl aus dem letzten Berichtsquartal aus Gießen und Marburg hingewiesen, die vermutlich auf einer inkomplette Datenerfassung zum Zeitpunkt der Datenerhebung beruht. Außerdem hatten wir auf die massenhaft nicht erfasste und damit nicht ausgeglichene Mehrarbeit der ausgebeuteten und übermüdeten Ärztinnen und Ärzte an allen drei Klinika hingewiesen.

Besondere Betroffenheit und Empörung erreichte uns nun aus Frankfurt über die Beantwortung der Kleinen Anfrage im Hessischen Landtag, weil die Kolleginnen und Kollegen dort im unmittelbaren Einfluss- und Verantwortungsbereich des Landes und damit des zuständigen Ministers arbeiten.

Trotz der im Tarifvertrag vereinbarten Einführung einer ‘elektronischen Personaleinsatzplanung’ gibt es diese nach nunmehr 14 Monaten für etwa 95% der Ärztinnen und Ärzte am Frankfurter Universitätsklinikum noch immer nicht. Eher mehr als weniger im Vergleich zu 2006 arbeiten sie in absolut skandalösen, tarifvertrags- und arbeitsgesetzwidrigen Umständen: Bis zu 300 Stunden im Monat, bis zu neun Diensten pro Monat, sogar zum Teil ohne die vom Gesetz geforderte opt-out-Regelung unterschrieben zu haben.

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