Erfolgreicher Auftakt: 700 Ärztinnen und Ärzte streiken in Hessen

Etwa 700 Ärztinnen und Ärzte an mehr als 15 kommunalen Krankenhäusern haben bereits am ersten Tag des unbefristeten Vollstreiks in Hessen die Arbeit niedergelegt.

Große Teile von ihnen haben an einer zentralen Demonstration und Kundgebung in München teilgenommen, andere haben lokale Aktionen organisiert. “Wir sind mit dem Auftakt sehr zufrieden“, berichtet der Vorsitzende des MB Hessen, Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Scholz und stellt zugleich fest, “dass in einer zweiten Welle Ärztinnen und Ärzte aus weiteren hessichen Kliniken folgen werden“.

Am Dienstag, den 18. Mai 2010, machen Ärztinnen und Ärzte aus hessischen Krankenhäusern mit einer “Auswanderungsaktion” auf den zunehmenden Ärztemangel aufmerksam. Treffpunkt der Mediziner ist um 08:30h das Klinikum Frankfurt/M.-Höchst (Abmarsch 10:00h). Von dort aus ziehen sie mit “gepackten Koffern” zur Mainfähre und setzen symbolisch “über”.

Die Ärzte an den kommunalen Kliniken kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung ihrer Tages- und Nachtarbeit. Die Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) waren am 8. April an der Blockadehaltung der Arbeitgeber gescheitert.

Für die Patienten in den betroffenen kommunalen Kliniken bedeutet der Streik, dass die Versorgung aller Notfälle und dringlichen Eingriffe wie sonst auch am Wochenende oder an Feiertagen gesichert ist. Verzögerungen wird es bei planbaren Operationen geben. Patientinnen und Patienten können auch benachbarte Krankenhäuser in anderer Trägerschaft aufzusuchen, seien es kirchliche, private oder universitäre Kliniken.

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