Personalrat am UKGM: Abwärtsspirale eines Leistungsabfalls aufhalten!

Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am privatisierten Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) sind vom Land Hessen eingestellt und an das UKGM abgeordnet. Ihre Interessen an den beiden Standorten werden von eigenständigen Personalräten vertreten. Auch in die von der Landesregierung initiierte Mediation sind diese eingebunden. Sie teilen dabei die Grundforderung der Betriebsräte beider Standorte: Ein sofortiges Moratorium des Stellenabbaues.

Mit großer Sorge beurteilt der eigenständige Personalrat am UKGM Gießen sowie Marburg die gegenwärtige Personalsituation und die absehbare weitere Entwicklung:

Das gegenwärtige hohe Niveau der Krankenversorgung kann nur durch Opfer der Ärzte und Wissenschaftler sowie Überstunden erhalten werden. Dies führt dazu, dass eine strukturierte ärztliche Weiterbildung zum Facharzt unter den gegebenen Umständen nicht mehr möglich ist. Forschung und Wissenschaft fallen als Erstes herunter und sind nur noch in der Freizeit und am Wochenende möglich. Bei der Lehre müssen bereits jetzt erhebliche Abstriche gemacht werden.

Dies führt dazu, dass sich für die Kolleginnen und Kollegen in Gießen und Marburg keine Perspektive mehr ergibt und die Leistungsträger bereits das sinkende Schiff verlassen. Neue Kräfte können nicht nachwachsen und Fachärzte von außerhalb können wegen der desolaten Lage nicht gewonnen werden. Es ist absehbar, dass wegen der entstandenden Lücken eine Abwärtsspirale in Gang kommt, welche in absehbarer Zeit zu einem Leistungsabfall führen wird.

Die Geschäftsführung scheint die Entwicklung nicht wahrhaben zu wollen. Universitätspräsidium und Landesregierung scheinen der sich abzeichnenden Entwicklung nicht gewachsen zu sein. Die bestehende Situation stellt für die Mitarbeitervertretungen Personal- und Betriebsrat eine besondere Herausforderung dar. Es ist fraglich, ob die sich abzeichnende Eskalation verhindert werden kann.

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