Angestellte Ärzte in der ambulanten Versorgung

Ein Feld der Arbeitsverhältnisse bei angestellten Ärztinnen und Ärzten ist die Anstellung in Großpraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Dort arbeiten immer mehr Ärzte in einem Bereich der ärztlichen Versorgung, die bisher nur niedergelassen Ärzten vorbehalten war.

Tarifverträge oder ähnliches gibt es nicht. So handelt jeder Arzt seinen Vertrag selbst aus, und begibt sich in eine neue Versorgungsstruktur. Da es sich hauptsächlich um Stellen handelt, die kaum Dienste beinhalten, werden diese gerne von Ärztinnen und Ärzten, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen wollen, besetzt.

Probleme stellen sich meist erst später heraus. Die Pflichten eines angestellten Arztes im MVZ unterscheiden sich sehr stark von einem Arzt in der Klinik. Die eigene Position wird nicht durch die Solidarität der anderen Kollegen gestärkt, sodass Vertragsverhandlungen sehr schwer sind. Gerade weil der ambulante Sektor weniger Geld zur Verfügung hat wie der Stationäre.

Mittlerweile steigt die Zahl der MVZ, die von Klinikverbänden geführt werden, und die Grenzen zwischen stationärem und ambulantem Sektor verwischen immer mehr, ohne dass darauf Einfluss genommen werden kann.

Der Marburger Bund entwickelt in seinem Arbeitskreis MVZ eine Arbeitsvertragsvorlage, die genau auf die Bedürfnisse im kassenärztlichen Bereich eingehen wird, und den Ärzten auch in Zukunft Möglichkeiten der Gehaltssteigerung geben soll.
Der Marburger Bund ist beim Gang und nach dem Gang in die ambulante Versorgung Ansprechpartner für alle angestellten Ärzte.

Autor: Jan Henniger ist Mitglied des Arbeitskreises MVZ des Marburger Bundes Bundesverband und medizinischer Leiter des MVZ am Klinikum Höchst.

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