Arbeitsbelastung an den Krankenhäusern unmenschlich

Das war die Kernaussage von Dr. Ursula Stüwe, stv. Vorsitzende des MB Hessen, zum Abschluss der Bettenstafette auf dem Schlossplatz in Wiesbaden am 12.09.2008. Die Bettenstafette gehörte zur landesweiten Aktionswoche des Bündnisses “Qualität statt Spardiät – gute Kliniken für Hessen”. Sie sollte plakativ darauf aufmerksam machen, dass gute Versorgung und gute Qualität bedroht sind, wenn der Gesetzgeber seinen Sparkurs fortsetzt und eine adäquate Finanzierung der Krankenhäuser nicht sicherstellt. Sie war ein Teil der bundesweiten Kampagne des Bündnisses “Rettung der Krankenhäuser”, deren Höhepunkt eine Großdemonstration am 25.09.08 in Berlin sein wird.

Auch der Himmel zeigte an diesem Freitagmorgen “Solidarität” mit der unzureichenden finanziellen Situation der hessischen Krankenhäuser – er weinte sich nach besten Kräften aus. Die himmlischen Tränen ergossen sich auch über den Platz direkt vor dem hessischen Landtag mit dem Bett aus dem “kranken Krankenhaus“, welches seine Rundreise durch Hessen direkt vor den Landtagsabgeordneten beendete!

Der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft Holger Strehlau überreichte Staatssekretär Krämer (CDU, Vertreter der Hessischen Sozialministerin Lautenschläger) die Wunschliste der hessischen Krankenhäuser. Anwesend waren außerdem Florian Rentsch (FDP) und Mathias Wagner (Bündnis 90 / Die Grünen). Auch sie bestätigten die Notsituationen der Kliniken und unterstützten deren Anliegen, das dringend nach Berlin getragen werden müsse. Symbolisch schoben alle gemeinsam das Bett “nach Berlin”!

Die Teilnehmer des Aktionsbündnisses stellten aus ihrer Perspektive noch einmal ihre drängendsten Probleme dar, allerdings war der Präsident der Landesärztekammer, der sich ja “für alle Ärzte in Hessen” einsetzen will, nicht erschienen.

Kliniken sind keine Fabriken, Ärzte keine Roboter und Patienten sind keine Werkstücke“, so Stüwe. “Es darf nicht sein, dass Personal entlassen wird, um die Energiekosten zu bezahlen.“. Wenn die Finanznot der Kliniken sich fortsetzt, “droht ein Kollaps mit Wartezeiten und einer miserablen Versorgung wie in England.

Hervorgehoben wurde in den Medien, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer in dieser Aktion am gleichen Strick ziehen. In der Berichtserstattung über den Abschluss der hessischen Bettenstafette zeigte sich die Presse davon beeindruckt, dass in Wiesbaden Politiker aller Parteien ein Ende der Finanzkrise für die Krankenhäuser forderten. Hoffen wir, dass die regionalen Politiker auch die Vertreter ihrer Parteien im Bund vom dringenden Handlungsbedarf für eine bessere Finanzierung der Krankenhäuser überzeugen.

Die Stellenanzeigen im Deutschen Ärzteblatt, überwiegend von Kliniken und Krankenhäusern, sprächen eine deutliche Sprache, meinte Stüwe in ihrer Rede. Dieses Problem – ebenso wie die sich verschlechternde pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten – darf von der Ärztekammer keinesfalls überhört und nicht übergangen werden! Schließlich geht es im weitesten Sinne auch um ärztliche Nachwuchsförderung für den ambulanten Bereich!

Tja, da kommen einem die Tränen…

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