Aufstand in Weiß

"Aufstand in Weiß": Das ist die Überschrift, unter der heute hr-online über den zweiten Streiktag der Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern Hessens berichtet, der am Dienstag in Offenbach die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen hat.

Ergänzend zu diesem Bericht können wir aktuell darauf hinweisen, dass am Donnerstag, den 29.06.2006 nicht nur das Klinikum Hanau, sondern auch der Klinikteil Eberstadt des Klinikums Darmstadt bestreikt werden wird.

Der Geschäftsführer der Klinikum Offenbach GmbH, Hans-Ulrich Schmidt, wird mit der Behauptung zitiert, die Ärzte sägten den Ast ab, auf dem sie sitzen, weil ihre Forderungen nicht finanzierbar seien. Damit versucht er vergeblich, die Opfer zum Täter zu machen:More... Die Unterfinanzierung der Krankenhäuser verursachen nicht die Ärzte, sie ist politisch gewollt. Die Ärzte haben bisher lediglich versucht, die negativen Folgen dieser Unterfinanzierung für die Patienten abzufedern. Auch Schmidts Warnung an die streikenden Ärzte, bei einem Ausbreiten der Streikwelle drohten Schließungen und Privatisierungen von kommunalen Häusern, geht damit an die falsche Adresse. Wenn Krankenhäuser geschlossen werden, liegt das teilweise an unwirtschaftlich arbeitenden Verwaltungen, insgesamt aber an einer krankenhaus- und damit patientenfeindlichen Finanzierung der Gesundheitspolitik.

Die Patienten, die überwiegend Verständnis für die Streikenden zeigen, haben das richtige Gespür dafür, wer für die immer schlechter werdende stationäre Versorgung verantwortlich ist. Das unterstreicht auch die beachtliche Anzahl von 269 Unterschriften, die innerhalb nur einer Stunde während einer spontanen Aktion im Rahmen der Protestaktion der Ärzte des Klinikums Offenbach von Mitbürgern gesammelt wurden, die so ihre Unterstützung des Ärztestreiks dokumentierten.

Schmidt, der auf Bundesebene für die kommunalen Arbeitgeber mit am Verhandlungstisch sitzt, sollte sich lieber dafür einsetzen, dass der Marburger Bund mit einem attraktiven Verhandlungsangebot wieder an den Verhandlungstisch geholt wird, anstatt seinem Haus unnötige Streikkosten in Millionenhöhe zu bescheren und es damit ohne Not unwirtschaftlicher zu machen.

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