Bilder und Bericht vom Streik in Höchst

Wir bringen hier einen kurzen Bericht und einige Bilder vom ersten Tag des Streiks der Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäuser Hessens am 26.06.2006 und zwar vom Streikauftakt an den Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst.
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Die Forderungen der Transparente bezeugen es: Massenhaft unbezahlte Überstunden und überlange Arbeitszeiten sind nicht auf die Unikliniken beschränkt. Entgegen der Behauptung der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber versuchen die Ärztinnen und Ärzte die politisch gewollte Einschränkung der stationären Krankenversorgung durch Mehrarbeit auszugleichen und die Patienten nicht spüren zu lassen.

Mit drei Salutschüssen und brennenden Rauchfackeln hatten sie den Arbeitskampf der kommunalen Krankenhäuser in Hessen eingeleitetet: 140 Ärztinnen und Ärzte der städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst forderten einen eigenen ärztespezifischen Tarifvertrag zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) und dem Marburger Bund, bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechte Bezahlung.

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Mit Trillerpfeifen, Rasseln und Transparenten zogen sie durch Höchst und brachten ihre Wut über die "unhaltbaren Zustände und die scharmlose Ausbeutung ihres Berufsstandes" zum Ausdruck. Bevor die Ärzte sich auf ihren Weg durch den Stadtteil der Bankenmetropole machten, hatten sie "90 Kollegen an die städtischen Kliniken ausgeliehen", so Mitorganisator Dr. Markus Herkströter, um die Notfallversorgung für die Patienten zu gewährleisten.

Entschlossene Minen dokumentieren: Jetzt ist Schluss mit der schamlosen Ausbeutung ärztlicher Arbeitskraft.

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In einer Rede verdeutlichte Dr. Christian Gehrels nochmals, wie wichtig die Aktion sei, damit sich die Verhältnisse grundlegend bessern. Dass die Politik sowohl das EUGH-Urteil nicht umgesetzt hat, wie auch den berechtigten Forderungen der Ärzte nur mit Ignoranz begegnete, wurde klar formuliert. Er vergaß dabei aber nicht, auf die gute Zusammenarbeit mit den Chefärzten in Hinblick auf die Aktion hinzuweisen. Unter großem Beifall der Demonstranten sagte anschließend Herkströter: "Wir Ärzte werden nicht länger ein ver.di-Tarifvertragsdiktat erdulden, wir werden unseren eigenen ärztespezifischen Tarifvertrag erkämpfen!"

Auch an den kommunalen Krankenhäusern wird ärztliche Zeit für Bürokratie vergeudet und von den Patienten abgezogen. Zur Mittagszeit servierten sich die Streikenden gegenseitig eine Suppe mit Symbolcharakter.

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Schlange vor der angekünndigten "dünnen Suppe" für die streikenden Ärztinnen und Ärzte in Höchst. Ein Blick in den Teller belehrte eines Besseren: "Das war keine dünne ver.di-Suppe, sondern kräftiger MB-Eintopf", erklärte Herkströter.

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Später verteilten die Ärztinnen und Ärzte noch Flugblätter mit ihren Forderungen und überreichten an Patienten und Angehörige Blumen. Gegen 16 Uhr ging der erste Tag im Arbeitskampf nach acht Stunden zu Ende, wie er begonnen hatte: mit drei Salutschüsse.

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