Blockade in der RK Mitte des Deutschen Caritasverbandes - Sparkurs der Dienstgeber treibt Ärzte in die Flucht!

Pressemitteilung

Ärztegehälter an katholischen Kliniken liegen unter dem Tarifniveau

Köln/Frankfurt.Über ein Jahr treten die Verhandlungen in der paritätisch besetzten Regionalkommission Mitte (RK Mitte) des Deutschen Caritasverbandes schon auf der Stelle. Seit über einem Jahr werden dadurch Tausende Ärztinnen und Ärzte an den gut 90 katholischen Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland rund vier Prozent schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen an den katholischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen.

„Die Dienstgeber in der RK Mitte setzen seit Monaten auf eine Verzögerungstaktik, fahren einen unverantwortlichen Sparkurs, der unweigerlich zur gefährlichen Abwanderung hoch qualifizierter Fachkräfte führen wird", beklagen Prof. Dr. med. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP, und PD Dr. med. Andreas Scholz, Vorsitzender des MB-Landesverbandes Hessen. Qualifiziertes Personal lässt sich so nicht lange halten und offene Arztstellen mit unzeitgemäßen Gehältern so ebenso wenig besetzen. „Dabei finanzieren sich katholische Kliniken genauso wie kommunale Kliniken."

„Ärzte sind Mangelware hierzulande, gerade dann ist es klug, Ärzte fair und nach dem für sie allgemein üblichen Marktniveau des Marburger Bundes zu bezahlen", erklären Prof. Dr. Ingo Flenker und PD Dr. med. Andreas Scholz. Derzeit sind über 6000 Arztstellen in Krankenhäusern nicht besetzt. „Untertariflich bezahlte Ärztinnen und Ärzte finden schnell eine neue Arbeitsstelle!"

„Mit jeder Abwanderung steht aber die Existenz des betroffenen katholischen Krankenhauses in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland auf dem Spiel! Mit jeder frei werdenden Arztstelle brechen die wirtschaftlichen Erlöse weg, die sechs bis acht nichtärztliche Stellen in einem Krankenhaus sichern", mahnen Prof. Flenker und PD Dr. Scholz.

„Während die Ärzte an den 250 katholischen Kliniken in NRW - aufgrund der Entscheidung der für sie zuständigen Regionalkommission NRW - schon seit Januar 2012 Monat für Monat ein höheres Gehalt erhalten, das der Erhöhung des Tarifvertrages für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV Ärzte/VKA) entspricht, fordern die Dienstgeber in der RK Mitte Gehaltskürzungen für untere Lohngruppen von bis zu 16 Prozent. „Das wäre eine klassische Spaltung der viel und oft zitierten christlichen Dienstgemeinschaft!"

„Wenn die RK Mitte am Mittwoch (6. Februar 2013) nicht endlich die nötigen Beschlüsse fasst, werden wir allen betroffenen Kliniken einzelne arztspezifische Regelungen anbieten, damit die Existenz der katholischen Krankenhäuser im Wettbewerb mit benachbarten Kliniken gesichert ist", kündigen Prof. Dr. Ingo Flenker und PD Dr. med. Andreas Scholz an. „Wir wollen verhindern, dass unsere Patienten unter einer fatalen Entwicklung zu leiden haben, die allein die Dienstgeber in der RK Mitte zu verantworten haben."
Der Marburger Bund fordert die zeitgleiche und vollständige Übernahme der Caritas-Bundesbeschlüsse, damit die katholischen Kliniken in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder erhalten. Die Gehaltslücke für Ärzte an katholischen Kliniken in den drei Bundesländern wird sich sonst noch weiter vergrößern, denn die nächste Tarifverhandlungsrunde für Ärzte an kommunalen Kliniken läuft bereits.

Autor: Michael Helkamp, Pressesprecher MB-NRW

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