Bonuszahlungen im MVZ: Mehr abgerechnete Leistungen – mehr Gehalt

Dieses Jahr wurde durch den Marburger Bund verstärkt auf Bonuszahlungen und Zielvereinbarungen bei Chefarztverträgen und deren Problematik hingewiesen. Medizinische Versorgungszentren waren dabei nicht im Fokus. Dabei beziehen die meisten Ärzte in MVZ Boni, Umsatz- oder Gewinnbeteiligungen. Auch Zielvereinbarungen sind ein häufiges Mittel zur Motivation der Mitarbeiter.

Die Ärzte in einem MVZ haben weder einen Tarifvertrag, selten Betriebsräte und meistens einen direkten Draht zur Geschäftsführung (Vor- und Nachteile). Die Geschäftsführung kann den ökonomischen Druck, unter dem sie selbst steht, direkt an den Arzt weitergeben. Mehr abgerechnete Leistungen – mehr Gehalt. Anders als in einer Klinik ist der Arzt direkt für die Abrechnung gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung verantwortlich. Zusätzlich können weitere Probleme auftreten:

  • Wenn es zu einer Schieflage des MVZ kommt, sind Kündigungen möglich, ein Sozialplan ist nicht nötig.
  • Der variable Anteil des Gehaltes kann groß sein und wegfallen.
  • Gehaltssteigerungen müssen immer einzeln verhandelt werden. Der Arzt steht demgegenüber immer alleine und muss immer um seine Ansprüche kämpfen.

Viele Geschäftsführer üben in diesem Sektor des Gesundheitswesens die reale Marktwirtschaft. Sie sind dort frei von Zwängen einer kommunalen oder konfessionellen Trägerschaft.

Der Marburger Bund muss sich der Herausforderung einer nicht klinischen Mitgliedschaft stellen und auch die angestellten Ärzte im ambulanten Bereich vertreten und deren Arbeitsplätze zukunftssicher machen.

Autor: Jan Henniger ist Mitglied des Arbeitskreises MVZ des Marburger Bundes Bundesverband und medizinischer Leiter des MVZ am Klinikum Höchst.

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