Caritas-Kliniken Hessen abgehängt

Während die Regionalkommission NRW der Caritas die Tarifrunde 2012/2013 bereits Anfang Juli abgeschlossen hat und nur noch die Bischöfe diese RK-Beschlüsse anerkennen und in Kraftsetzen müssen, geht die Regionalkommission Mitte mal wieder auf dreisten Sparkurs.

In der jüngsten Sitzung der RK Mitte legten die Dienstgeber eine inakzeptables „Angebot” vor, dass faktisch die Spaltung der oft zitierten christlichen Dienstnehmergemeinschaft bedeutet hätte. Damit erleiden die betroffenen katholischen Kliniken in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen einen klaren Wettbewerbsnachteil im Wettbewerb um die besten Ärztinnen und Ärzte.

Für die Übernahme der Caritas-Bundesbeschlüsse vom 28. Juni 2012 – die die Anpassung der Ärztegehälter im Bereich der Caritas Mitte an das aktuelle Niveau des TV-Ärzte/VKA bedeutet hätte - verlangte die Dienstgeberseite in der RK Mitte eine Absenkung der Gehälter in den unteren Lohngruppen in Höhe von über 16 Prozent.

Dieses „Angebot” lehnte die Dienstnehmerseite ab: „Wir lassen die Spaltung der vielbeschworenen Dienstgemeinschaft nicht zu. Kein Lohndumping und keine Ausgrenzung von ausgewählten Lohngruppen, um die oberen Lohngruppen zu finanzieren”, hieß es in einem ak.mas-Infoschreiben. „Wir fordern von den Dienstgebern ein ernst zu nehmendes Angebot!”

Schon die vorherige März-Sitzung der RK Mitte hatte tiefe Gräben zwischen den Dienstnehmern und Dienstgebern aufgezeigt. „Eine vorausschauende Tarifgestaltung ist derzeit nicht möglich!”, hieß es danach.

„Das kirchliche Arbeitsrecht wird nur zur Absenkung der Gehälter gebraucht”, beklagten die Dienstnehmer am Ende und warfen den Dienstgebern vor, dass sie zudem die vereinbarten Verfahrensregeln massiv verletzt haben. Trotz nicht vorhandener Beschlussfähigkeit nach dem Auszug der Dienstnehmer stimmten die Dienstgeber schließlich alleine über einen Antrag ab, dessen Unterlagen nicht – wie es die Geschäftsordnung eigentlich vorsieht - vorher vorgelegt wurden.

Die nächste Verhandlungsrunde wird am 16. Oktober stattfinden. Bis dahin ruft die Mitarbeiterseite die MAVen zur weiteren Unterstützung auf: „Fordert zusammen mit Eurem Dienstgeber mindestens die Regelungen des Bundesbeschlusses vom 28. Juni 2012 in der Regionalkommission Mitte zu übernehmen.” Briefanschrift: Regionalkommission Mitte - Geschäftsführung - Karlstr. 40, 79104 Freiburg.

Michael Helmkamp, Pressesprecher Marburger Bund NRW

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