Caritas - Regionalkommission Mitte: Tausende Ärzte erhalten keine vollständige Vergütungserhöhung

Dienstgeber setzen ihre unselige Sparpolitik fort!

Köln. Die MB-Landesverbände Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz und Hessen kritisieren die jüngste Vergütungsrunde der Deutschen Caritas Regionalkommission Mitte (RK Mitte). „Nachdem die Dienstgeber in der Arbeitsrechtlichen Kommission der RK Mitte die beiden vorherigen Verhandlungsrunden scheitern ließen, wurde nun über die Einschaltung des Vermittlungsausschusses ein Beschluss gefasst, der tausende Ärztinnen und Ärzte finanziell benachteiligt“, beklagen Prof. Dr. med. Ingo Flenker, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes NRW/RLP und PD Dr. Andreas Scholz, Landesverbandsvorsitzender des Marburger Bundes Hessen.

„Die Dienstgeber in der RK Mitte haben es durch ihre erneute unselige Verzögerungstaktik erreicht, auf Kosten der Ärzteschaft die Personalkosten in über 90 katholischen Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zu senken.“

Obwohl der Deutsche Caritasverband auf Bundesebene bereits vor Monaten die vollständige Übernahme der Vergütungserhöhungen des TV-Ärzte/VKA beschlossen hatte, haben die Dienstgeber in der untergeordneten RK Mitte nun die rückwirkende Übernahme des Bundesbeschlusses abgelehnt. Schon im Vorjahr hatten die Dienstgeber in der RK Mitte den Ärztinnen und Ärzten eine Nullrunde aufgezwungen.

„Leitwährung für die Ärzte an den katholischen Kliniken ist unser Tarifvertrag für die kommunalen Krankenhäuser. Die Kliniken in kommunaler Trägerschaft finanzieren sich genauso wie die konfessionellen Krankenhäuser. Dennoch entzieht die RK Mitte nun den Ärztinnen und Ärzten in den drei Bundesländern in diesem Jahr für zehn Monate die Vergütungserhöhung der kommunalen Ärzte“, kritisieren Flenker und Scholz. „Die Verluste werden durch die Einmalzahlung nicht vollständig kompensiert. Durch die verzögerte Übernahme des Bundesbeschlusses verlieren viele berufserfahrene Ärztinnen und Ärzte schon alleine bei den Monatsgehältern - ohne zusätzliche Rufbereitschaften - bis zu 600 Euro im Jahr.“

„Diese finanzielle Benachteiligung wird die ärztlichen Arbeitsplätze in den 90 Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland nicht attraktiver machen. Selbst den Geschäftsführern der katholischen Kliniken fehlt das Verständnis für diese Senkung ärztlicher Gehälter“, berichtet Flenker aus vielen Gesprächen in katholischen Krankenhäusern.

„Die katholischen Kliniken werden den sich verschärfenden Wettbewerb aller Kliniken untereinander nur bestehen können, wenn sie die besten Ärztinnen und Ärzte gewinnen können. Dies ist aber in der Zeit des Ärztemangels mit schlechteren Gehältern schwer möglich! Unter dem Strich missbrauchen die Dienstgeber den sogenannten Dritten Weg erneut als reines Sparinstrument“, bemängelt Flenker.

Zur Erinnerung: Der TV-Ärzte/VKA sieht für die 55.000 Kolleginnen und Kollegen an kommunalen Kliniken u.a. eine zweistufige Erhöhung der Gehälter zum 1. Januar 2013 um 2,6 Prozent und zum 1. Januar 2014 um weitere zwei Prozent vor. Diese Steigerungen hat die Deutsche Caritas auf Bundesebene übernommen. Die RK Mitte weicht davon nach unten wie folgt ab: Die Vergütungen der Ärztinnen und Ärzte an den katholischen Krankenhäusern werden erst ab dem 1. November 2013 um 2,6 Prozent und ab dem 1. Januar 2014 um weitere zwei Prozent erhöht. Darüber hinaus wird eine Einmalzahlung in Höhe von 1.400 Euro gezahlt.

Pressemitteilung des MB-Landesverbandes NRW: Pressesprecher Michael Helmkamp

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