Chefarzt: Auch bei Kollegialprinzip Gehaltabstand zu Oberarzt

Mit diesem Beitrag wollen wir in Erinnerung rufen, dass der MB, gemessen an der absoluten Anzahl der Mitglieder, der größte Chefarztverband Deutschlands ist. Die erkämpften Tarifverträge für die Klinikärztinnen und -ärzte sind in der Regel auch eine bessere Vergütung der außertariflich bezahlten Chefärzte bedeutet.

Zu diesem Thema verdient die Feststellung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Köln (2 Sa 357/08) vom 9.07.08 eine Herausstellung: Der Gehaltsabstand zu Oberärzten sollte 15 Prozent betragen! Mit dem Verweis auf das erteilte Liquidationsrecht dürfe einem leítenden Arzt nicht eine angemessene Vergütung vorenthalten werden und das könne nur die höchstmögliche Vergütung für einen Angestellten sein.

Zugleich bedeutet ein Leitsatz des Urteils eine Stärkung des Kollegialprinzips, denn die unangemessene Vergütung war dem Chefarzt auch mit dem Argument vorenthalten worden, er sei bei einer kollegialen Leitung nicht alleiniger Chef der Abteilung: Kollegialärzte, die gemeinsam eine Abteilung leiten, sind regelmäßig nicht Chefarztvertreter, sondern selbst Chefärzte, da kein ärztlicher Vorgesetzter die medizinische Letztverantwortung übernimmt.

Das Urteil im Wortlaut finden Sie hier.

Der mühsame Weg durch zwei Instanzen gegen einen Arbeitgeber, der die angemessene Vergütung verweigerte, demonstriert schließlich auch einen der Gründe, warum die Ärztegewerkschaft Marburger Bund zugleich der größte Chefarztverband Deutschlands ist: Schon in einem Landesverband arbeiten mehrere kompetente Arbeitsrechtler für unsere Mitglieder, die zudem über die Grenzen der Landesverbände hinaus sich regelmäßig und eng mit ihren Kolleginnen und Kollegen austauschen. Diese geballte Power hat schon so manchen Arbeitgeber einlenken lassen und wenn nicht, vor den Gerichten korrigiert.

 

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