DRG-System: Kein Erfolgsmodell

Im Deutschen Ärzteblatt vom 6.02.09 (2009 106(6) A-226) formuliert Prof. Dr. med. Jürgen Stausberg, Ludwig-Maximilians-Universität München, in diesem Kommentar den Titel vorsichtiger als wir, …ein Erfolgsmodell?, kommt aber zum Schluss: Sollten sich die hier dargelegten negativen Effekte nicht widerlegen lassen, wäre die Abschaffung der G-DRGs eine nahe liegende Konsequenz.

Seine Bewertungen:

  • Bezogen auf die ökonomischen Ziele ist das G-DRG-System wirkungslos geblieben.
  • Die Kosten der Krankenhäuser sind ungebremst gestiegen,
  • eine Transparenz des Leistungsgeschehens wurde nicht erreicht.

Ob die sich abzeichnende positive Tendenz der medizinischen Behandlungsqualität tatsächlich den DRGs zuzuschreiben ist, müsse bezweifelt werden. Setze doch die externe vergleichende Qualitätssicherung selbst verschiedene Anreize zur Qualitätsverbesserung.

Die DRG-Expertin in unserem Landesverbandsvorstand Dr. med. Ursula Stüwe kommt zu einem entschiedeneren Schluss:

Die Darstellung von Prof. Stausberg zur Intransparenz des deutschen DRG–System ist sachgerecht und Laien nicht mehr zu erklären. Mit der Einführung des DRG–Systems in den deutschen Krankenhäusern hat sich eine zusätzliche “Industrie” entwickelt:

  • Softwarehäuser verkaufen jährlich den neusten Grouper; alle Krankenhäuser, aber auch alle Krankenkassen, alle MDKs und alle Beratungsunternehmen müssen ihn kostenpflichtig erwerben.
  • Hinzu kommen jährliche Schulungen in sämtlichen beteiligten Institutionen, die regelmässig kostenpflichtig angeboten werden.

Diese Gelder stehen natürlich – bei gedeckelten Budgets – nicht mehr für die Versorgung der Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Wenn schon Begleitforschung durchgeführt wird, so müssen diese Kosten erst recht erfasst werden! Es wird sich um riesige Summe handeln!

Gar nicht messbar jedoch ist die eingetretene Demotivation der Ärztinnen und Ärzte, die sich ursprünglich zum Medizinstudium entschieden haben, aber eben nicht, um Diagnosen zu verschlüsseln. Die Ausweitung des Bürokratismus ist hinreichend thematisiert worden, u.a. auch immer wieder vom Marburger Bund! Der Markt der offenen Stellen an Kliniken spricht Bände dazu!

Ärztinnen und Ärzte wissen es gut: Wenn die Nebenwirkungen die Hauptwirkung eines Medikamentes überwiegen, so wenden wir es nicht an! Darum kann die logische Konsequenz nur die Abschaffung des G-DRG-Systems sein.

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