Das Personal wird geknechtet

Mit diesem Zitat des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Dirk Gehrke (ver.di) vom Universitätsklinikum Gießen-Marburg titelte die Oberhessische Presse Marburg am 16.01.08 einen Artikel über ein Informationsgespräch von Betriebsräten des Klinikums mit dem SPD-Schattenminister Gernot Grumbach. Wenn auch Anlass und Form offensichtlich vom derzeit tobenden Landtagswahlkampf in Hessen dominiert sind, gibt es an der Ernsthaftigkeit der Äußerungen aus dem Betriebsrat über die drastische Änderung der Arbeitsbedingungen seit der Privatisierung keinen Zweifel, decken sie sich doch mit zahlreichen Informationen durch Patienten und Mitarbeiter.

Der Personalabbau betreffe zwar nicht die Ärztinnen und Ärzte, diese müssten dafür jedoch in Teilen Aufgaben nicht mehr vorhandener Krankenschwestern übernehmen; ihrem Forschungsauftrag könnten sie nur in ihrer Freizeit nachkommen, wurde ergänzt.

Diese Zustände haben unsere Kolleginnen und Kollegen auch schon vor der Privatisierung beklagt. Sie sind nicht neu, wenn sie sich auch ohne Zweifel verschärft haben. Dem Bericht zufolge warnte Grumbach vor der Erwartung, eine SPD-geführte Landesregierung könne das Klinikum zurück kaufen. Wir möchten ergänzen, dass Ausbeutung ärztlicher Arbeitskraft nach unserer Beobachtung parteiübergreifend praktiziert wird. Deshalb ist das ja auch eine Dauerbaustelle des MB. Die Krankenhausträger, nicht nur die privaten, müssen noch lernen, dass es kontraproduktiv ist, Ärztinnen und Ärzte von ihren eigentlichen Aufgaben abzuhalten und ihre Arbeitskraft für patientenferne Tätigkeiten zu missbrauchen.

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