Delegiertenversammlung: MB Mitglied Dr. Matthias Moreth erhält Ehrenplakette

Auf der Delegiertenversammlung der Hessischen Ärztekammer in Bad Nauheim ist Dr. Matthias Moreth mit der Ehrenplakette der Landesärztekammer Hessen ausgezeichnet worden. Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer, dankte dem Internisten und Arbeitsmediziner für seine herausragenden Leistungen. „Eine solche Ehrung ist immer auch Anlass, jungen Kolleginnen und Kollegen ein Beispiel für vorbildliches ärztliches Engagement zu geben“, sagte von Knoblauch zu Hatzbach.

Moreth gehört der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen seit 1980 als Vertreter des Marburger Bundes an. Seit 1988 ist Moreth ehrenamtliches Mitglied im Aufsichtsausschuss des Versorgungswerkes. Im März 2012 wurde er von der Delegiertenversammlung bereits zum fünften Male in den Vorstand des Versorgungswerkes gewählt. „Dr. Moreth steht für die Beibehaltung sozialer Strukturen, wie der Zahlung von Witwen- und Waisenrente, der Gewährung von Kindergeld und der finanziellen Absicherung bei Berufsunfähigkeit“, hob von Knoblauch zu Hatzbach hervor.

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Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach (r.), Präsident der Landesärztekammer, zeichnet MB-Mitglied Dr. Matthias Moreth (l.) für seine herausragenden Leistungen mit der Ehrenplakette aus.

Der Marburger Bund Hessen hat zudem folgende Anträge eingebracht, die von der Delegiertenversammlung angenommen wurden:  

Der Öffentliche Gesundheitsdienst muss gestärkt werden

Das Hessische Ärzteparlament hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration dazu aufgefordert, analog des Beschlusses der 86. Gesundheitsministerkonferenz der Länder im Jahr 2013, den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Hessen personell und organisatorisch zu stärken. Seine Aufgaben zur Förderung und zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung kann der ÖGD nur mit ausreichendem und qualifiziertem Personal nachkommen. Hierzu gehört die Bereitstellung von Finanzmitteln, um Personal, auch in Zeiten von Ärztemangel, für diese Aufgabe zu gewinnen.

Veröffentlichungen von Krankenkassen gefährden das Vertrauen

Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen nimmt mit zunehmender Sorge Veröffentlichungen der Krankenkassen zur Kenntnis, die geeignet sind, das Vertrauen der Patienten in das deutsche Gesundheitssystem zu schwächen.

Wie im kürzlich veröffentlichten AOK-Krankenhausreport werde teilweise mit Zahlen gearbeitet, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten.  Vernachlässigt werde dabei, dass ohne jede Refinanzierung und aus Eigeninitiative der Ärzteschaft in den letzten Jahren umfangreiche Anstrengungen zur Fehlerminimierung in der ambulanten und stationären Versorgung implementiert wurden. Hierzu gehören im Rahmen des Risikomanagements eingeführte Critical Incident Meldesysteme ebenso wie Qualitätszirkel, die Einführung von Checklisten oder Teilnahme an Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systemen (KISS).

Qualität und Sicherheit in der Patientenversorgung erfordern jedoch die Bereitstellung  einer ausreichenden Anzahl von gut aus-  und  fortgebildetem Personal sowie die Investition in hochwertige  Ausstattung. Somit fordert die hessische Ärzteschaft die Krankenkassen und die Politik auf diese Qualitätsoffensiven mit der ausreichenden Bereitstellung von Finanzmitteln zu unterstützen, statt durch Überbetonung von Effizienz, Wettbewerb,  Bürokratisierung und Negativdarstellung von Ärzten den Arztberuf immer unattraktiver zu machen.

Das Hessische Ärzteparlament unterstützt ärztlichen Nachwuchs bei Online-Petition zur Anhebung des Landeszuführungsbetrages

Die Delegiertenversammlung unterstützt ausdrücklich die Forderung des ärztlichen Nachwuchses in Hessen, den Landeszuführungsbetrag für die medizinischen Fachbereiche Hessens an das bundesdurchschnittliche Niveau anzupassen. Die aktuelle Hochschulfinanzierung in Hessen stelle eine direkte Bedrohung für die Qualität von Lehre und Forschung dar.

Obwohl Hessen im Länderfinanzausgleich zu den wenigen Geberländern gehört, beträgt der Landeszuführungsbetrag in Hessen an die Fachbereiche Humanmedizin nur ca. drei Viertel des bundesdurchschnittlichen Betrages pro Studierendem. Diese Unterfinanzierung, die inzwischen substantiellen Millionenbeträge in den einzelnen Fachbereichen in Hessen erreicht hat, führt zu Personalknappheit und Problemen in der Ausstattung der Lehre.
Durch den Hessischen Hochschulpakt 2010-2015 konkurrieren die Hochschulstandorte in Hessen um die Höhe ihres Anteils an einem gedeckelten Finanzierungsbetrag.

Dessen Verteilung ist unter anderem an die Studierendenzahlen gekoppelt  In dieser Wettbewerbssituation wären die Universitäten gezwungen mehr Studierende zuzulassen, um ihre Finanzierung auf gleichem Niveau zu halten. Hierdurch droht die Ausbildung praktischer Fähigkeiten der zukünftigen Ärztinnen und Ärzte auf ein nicht akzeptables Niveau abzusinken. Die Delegiertenversammlung unterstützt daher die Online-Petition der humanmedizinisch Studierenden in Hessen.

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