Delegiertenversammlung: Streikähnliche Vorhaben der Niedergelassenen nach Kräften unterstützen!

Geradezu visionär nimmt sich aus heutiger Sicht der einstimmige(!) Beschluss der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) vom 28.11.09 aus: “…Sollten die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen streikähnliche Vorhaben planen, so gilt im umgekehrten Fall, dass Klinikärztinnen und –ärzte diese streikähnlichen Vorhaben nicht unterlaufen, sondern nach Kräften diese unterstützen.” (LÄKH hier.)

Was damals noch hypothetisch war und Symmetrie bei der Unterstützung eines Streiks des Marburger Bundes herstellte, wird nun von der Realität eingeholt. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin Monika Buchalik, Listenführerin der ÄrztINNEN Hessen (de facto eine Hausärztinnenliste), hatte mit Weitsicht den Anstoß zu diesem gemeinsamen Antrag mit Delegierten des MB Hessen gegeben. Am 15.09.10 wollen nun die “Hausärzte Hessen” als Protest gegen die von ihnen als hausarztfeindlich angesehen Politik der Bundesregierung ihre Praxen geschlossen halten.

Auch wenn die Aktion in den Medien so apostrophiert wird, ein Streik im engeren Sinn ist das nicht, ein streikähnliches Vorhaben eben. Die angestellten und beamteten Kolleginnen und Kollegen sollten den Protest nicht nur nach Kräften unterstützen, sondern daraus auch den Mut zur Kreativität schöpfen: So wird ihnen z.B. in kirchlichen Krankenhäusern das Streikrecht verwehrt - quälend, da in vielen Häusern die Arbeitsbedingungen immer unzumutbarer werden.

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