Delegiertenversammlung lehnt Sozialabbau bei den Berufsunfähigen ab

Der Vorstand des Versorgungswerkes (VW) der Landesärztekammer Hessen hat für die Delegiertenversammlung (DV) am 28.03.09 einen Antrag eingebracht, durch den die Höhe der Berufsunfähigkeitsrenten herabgesetzt werden sollte.

In der Vorbesprechung der Delegierten des MB Hessen stellten sich diese hinter den Beschluss des Landesverbandsvorstandes vom 17.03.09 und machten sich ein Argumentationspapier zu eigen, das in der Delegiertenversammlung verteilt werden sollte. Der Inhalt des Argumentationspapiers entsprach dem oben zitierten Beitrag.

Als zusätzliches Argument wurde von Seiten des VW vorgetragen, dass sich für 60jährige Berufsunfähigkeitsrentner eine längere Rentenbezugsdauer (27,9 Jahre bei Männern und 28 Jahre bei Frauen) errechnet als für 65jährige Altersrentner (jeweils 22,9 und 25,7 Jahre). Aus der vorgelegten Tabelle ergaben sich bei den jüngeren Berufsunfähigkeitsrentnern drastische Verkürzungen der Restlebenserwartung im Vergleich zu Nichtinvaliden (deutlich über 30 Jahren für 30jährige Invalide) und damit die Bestätigung der Vermutung, dass Berufsunfähigkeitsrenter durch ihre erheblich verkürzte Lebenserwartung die Altersrenten de fakto quersubventionieren.

moreth090328.jpg

Die Vorstandsvorsitzende des VW Dr. med. Brigitte Ende hatte in ihrem Bericht vorgetragen, dass dieser Antrag Satzungsänderung im Vorstand nur mehrheitlich, nicht einstimmig beschlossen worden war. In der Debatte begründete der Delegierte des MB Hessen Dr. med. Matthias Moreth sein Minderheitenvotum. Seit Beginn seiner Mitarbeit im Vorstand 1990 habe er diese soziale Errungenschaft des hessischen VW, auf die er stolz sei, immer verteidigt. Er erläuterte am Beispiel eines jungen Arztes, den eine Hepatitis berufsunfähig machen kann, welche existenzielle Bedeutung die Berufsunfähigkeitrente für ihn und seine junge Familie hat.

Nach der sehr eingehenden Debatte blieben die Delegierten des MB Hessen nicht allein: Der Antrag des VW auf Satzungsänderung erreichte nicht nur nicht die erforderliche 2/3-Mehrheit, sondern wurde mehrheitlich abgelehnt.

Foto: Monika Buchalik

Zurück