2. Teil - Bündnis 90/ Die Grünen: Der Marburger Bund Hessen trifft sich mit Kordula Schulz-Asche

Der Marburger Bund Hessen hat sich mit den Fraktionen des hessischen Landtags getroffen, um über aktuelle gesundheitspolitische Themen, wie Ärzte- und Pflegemangel, Sicherstellung der Trägervielfalt, die Situation am Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie den neuen Bachelor–Abschluss an der Medizin-Uni in Kassel zu sprechen.

Bei dem Termin trafen sich Dr. Susanne Johna, Spitzenkandidatin des MB, Dr. Lars Bodammer, 2. stellv. Landesverbandsvorsitzender und Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer Marburger Bund Hessen mit Kordula Schulz-Asche, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen und Sprecherin für Gesundheit, um unter anderem über den ökonomischen Druck an den Krankenhäusern zu diskutieren:  „Wir müssen über die Finanzierung der Krankenhäuser reden, damit der ökonomische Druck nicht zu groß wird“, sagte Schulz-Asche, „und uns dafür einsetzen, dass Ärzte gerne an den Kliniken arbeiten. Arbeitsbedingungen und –zeiten müssen wieder attraktiver werden.“

Auch das Thema Pflege spielte in der Diskussion eine große Rolle: Der MB setze sich für die Pflege ein, denn eine schlechte Pflege gehe auch auf Kosten der Ärzte, so Bodammer.  Schulz-Asche sprach sich für eine Pflegekammer aus: Wir brauchen eine Kammer als Ansprechpartner auf Augenhöhe für die Aus-, Fort- und Weiterbildung und für Qualitätsstandards, denn dies mit den einzelnen Verbänden zu besprechen, ist schwierig.

Beim Thema UKGM sind sich MB und Schulz-Asche in vielen Punkten einig: „Ich glaube nicht, dass es möglich ist, mit einer Uni-Klinik Aktionären Gewinne auszuschütten. Dieser Grundgedanke ist absurd“, so Schulz-Asche. Das derzeitige DRG-System benachteiligt zudem Universitätskliniken und Maximalversorger. Ein Rückkauf sei aber in der momentanen Situation nicht realisierbar, so Schulz-Asche. Das Ansehen des Forschungsstandards Hessen habe Schaden genommen und das Projekt Privatisierung einer Uni-Klinik sei gescheitert, ist die Grünen-Politikerin überzeugt.

Zur Tarifvielfalt sagte die Politikern: „Ich habe grundsätzlich nichts gegen private Klinikbetreiber. Mir ist nur wichtig, dass die Trägervielfalt erhalten bleibt und es nicht irgendwann im Klinikmarkt so kommt, wie im Energiesektor, dass sich 3 bis 4 Unternehmen einen Markt unter einander aufteilen. Außerdem brauchen wir eine Krankenhausplanung, die demokratisch legitimiert ist.“

Zum Thema Medizin-Uni Kassel teilt Schulz-Asche die Meinung des MB, das diese teure Uni nicht sinnvoll ist, unter anderem weil schließlich auch Göttingen und Marburg in der Nähe seien, so die Politikerin.  

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Die Gesprächsteilnehmer v.l.: Dr. Susanne Johna, MB-Spitzenkandidatin, Andreas Wagner, stellv. Geschäftsführer MB Hessen, Kordula Schulz-Asche, stellv. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Lars Bodammer, 2. Stellv. Landesverbandsvorsitzender.

Autorin und Foto: Kerstin Mitternacht

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