Deutscher Ärztetag lehnt elektronische Gesundheitskarte ab

Der am Freitag, den 18.05.2007, zu Ende gegangene 110. Deutsche Ärztetag in Münster hat in einer Entschließung die geplante elektronische Gesundheitskarte "in der bisher vorgestellten Form" in einer Kampfabstimmung mit 111 zu 94 Stimmen abgelehnt. Zugleich stimmten die Ärzte einem von hessischen Delegierten voran getriebenen Antrag zu, die Auswirkung der Telematik und elektronischen Kommunikation auf das Arzt-Patient Verhältnis als eigenen Tagesordnungspunkt zum Schwerpunktthema des 111. Ärztetages zu machen. In der Erklärung zur Ablehnung der Gesundheitskarte heißt es, die Karte und die mit ihr einhergehende telematische Infrastruktur beeinflusse die Grundlagen der ärztlichen Berufsausbildung wie das Selbstbestimmungsrecht der Patienten. "Die zahlreichen Gründe für eine zunehmende Ablehnung der eGK (elektronischen Gesundheitskarte) aus der Ärzteschaft können von den Initiatoren dieses Vorhabens in Politik und Wirtschaft nicht einfach ignoriert werden."
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Der Beschluss führt im Einzelnen aus, dass es keinen belegbaren Nutzen der eGK gebe und der Zugriff auf die Daten und deren Missbrauch durch Dritte nicht sicher zu verhindern sei. Außerdem passe die eGK mit dem elektronischen Rezept nicht in den alltäglichen Praxisablauf, wobei das eRezept dabei helfe, die Patienten in Risikoklassen einzuteilen, unter denen sie womöglich ein Leben lang geführt werden. Zusätzlich zum schwer beschädigten oder gar zerstörten Arzt-Patienten-Verhältnis, nicht zuletzt durch die zentrale Speicherung sensibler Daten auf zentralen Rechnern, würden die Kosten der milliardenschweren Entwicklung auf Patienten und Ärzte abgewälzt.

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