Die heute beschlossenen Erhöhungen von Aufwandsentschädigungen gehen deutlich über das vertretbare Maß hinaus

Unverblümte Selbstbedienung hatten wir dem Präsidium der Landesärztekammer Hessen vorgeworfen, es aber gegen die Wertung einer schamlosen Selbstbedienung in Schutz genommen. Hintergrund: Auf der Delegiertenversammlung (DV) am 27.11.10 lag ein Antrag des Präsidiums vor, der neben einer Anhebung der Aufwandsentschädigung für Präsidenten und Vizepräsidenten eine Verdreifachung der Aufwandsentschädung für seine anderen Mitglieder (Beisitzer) vorsah. In einer geheimen Abstimmung wurde der Antrag mit 45:26:0 beschlossen. Am Ende dieses Tagesordnungspunkt wurden in einer bisher noch nie da gewesenen Zahl kritische persönliche Erklärungen abgegeben. Wir wollen sie in der ursprünglichen Reihenfolge aufgrund von Aufzeichnungen und der Erinnerung unserer Delegierten und der Redner dokumentieren. Wir bitten um Verständnis, dass das nicht wortgetreu erfolgen kann. Die zitierten Redner sehen jedoch den Sinn und Duktus ihrer Äußerungen richtig wiedergegeben.

Der Delegierte Dr. med. Alfred Möhrle (Liste Fachärzte 60+):

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich kann mich in vielen Punkten meinen Vorrednern anschließen. Auch ich bin der Meinung: Was wir heute an Erhöhungen von Aufwandsentschädigungen beschlossen haben, geht deutlich über das vertretbare Maß hinaus. Ich hätte es sehr begrüßt, wenn wir einen Kompromiss zwischen den beiden existierenden Vorschlägen gefunden hätten, die wir hatten und dabei auch den umfassenderen Teil des Antrags 3 berücksichtigt hätten, denn dort waren ja auch leichte Erhöhungen vorgesehen für andere Kolleginnen und Kollegen, in anderen Untergliederungen der Kammer, die auch ihre Arbeit tun und viel Arbeit haben und mehr Arbeit als vor einigen Jahren.

Aber ein anderer Grund meiner persönlichen Erklärung: Ich möchte Kritik anmelden an der Art und Weise, wie wir im Tagesordnungspunkt 6 c) in einen Abstimmungsvorgang getrieben wurden, ohne vorher Gelegenheit zu haben, ausführlich eine Aussprache vorzunehmen über die vorliegenden Anträge. Vielleicht war das alles ein Missverständnis, war bestimmt keine böse Absicht, aber das muss organisatorisch anders laufen. Ich glaube, es wären auch viele Missverständnisse vermieden worden, wenn man vorher ausführlicher über die vorliegenden Anträge hätte sprechen können.

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