Ehrenauszeichnung für Prof. Kuni

henkereflexhammmerkuni.jpg

Auf der 118. Hauptversammlung des Marburger Bundes in Berlin konnte sich der Marburger Bund Hessen mit seinem Ehrenmitglied Prof. Horst Kuni freuen: Er wurde mit dem goldenen Ehren-Reflexhammer ausgezeichnet, der relativ selten vom Marburger Bund Bundesverband vergeben wird.

Diese Anerkennung wurde ihm für sein langjähriges kontinuierliches Engagement für die angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzten vergeben. Prof. Kuni begann seine Aktivitäten 1967 in Marburg (sic!) als Medizinalassistent und war danach wissenschaftlicher Assistent an der Universität Marburg, der als Beamter auf Widerruf eingestellt und damit jederzeit kündbar war und auch nicht in das Versorgungswerk der Landesärztekammer aufgenommen wurde. In der Laudatio hob der 1. Vorsitzende des MB-Bundesverbandes Rudolf Henke hervor, dass er als Beamter schon 1967 “streikähnliche” Aktionen (die Ambulanzen der Uniklinik Marburg wurden nicht besetzt, Überstundenabbau, Dienst nach Vorschrift) mit großem Erfolg organisiert hatte.

In der Folge engagierte er sich im Marburger Bund Hessen bis hin zum Vorstand und auf Bundesebene in der Tarifkommission, aber auch in der Landesärztekammer Hessen, in der er bis heute Delegierter ist. Im Laufe der Laudatio betonte Henke auch, dass er Prof. Kuni als leidenschaftlichen Streiter für die Sache erlebte und seine eloquenten und oft auch spitzen Redebeiträge auf den Hauptversammlungen des Marburger Bundes sehr in Erinnerung geblieben sind, auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei (er habe sich mit ihm “wie die Kesselflicker gekloppt”, als es um den Arzt im Praktikum ging, welchen Prof. Kuni vehement zu verhindern versucht hatte).

kunidankt.jpg

Prof. Kuni verfiel dann in seiner Dankesrede auch nicht in Reminiszenzen, wie schön denn früher das Streiken wohl gewesen sei (oder auch eben nicht), sondern lies es sich nicht nehmen, gleich frontal den Deutschen Gewerkschaftbund und den Arbeitgeberverband anzugreifen, die Befürworter einer gesetzlichen Absicherung der vom Bundesarbeitsgericht aufgehobenen Tarifeinheit (ein Betrieb - ein Tarifvertrag) und damit Gegner der Koalitionsfreiheit sind, also im Effekt Einheitsgewerkschaften befürworten, wie es diese während des Dritten Reiches oder in der DDR gab. Er sei sich aber sicher, dass der Marburger Bund und seine Mitglieder sich niemals das Recht, eigenständig für Tarifverträge streiken zu können, ohne Widerstand aus der Hand schlagen ließen. “Geschlossenheit und Entschlossenheit machen uns unbezwingbar!

Er erinnerte an die befriedende Wirkung von Tarifverträgen und hielt die Arbeitgeber für schlecht beraten, statt des Tariffriedens den Krieg mit den Ärztinnen und Ärzten im Krankenhaus zu suchen. Er appellierte an sie, auch weiter mit dem Marburger Bund Tarifverhandlungen zu führen und Tarifverträge abzuschließen, anstatt sich hinter dem Rücken des Gesetzgebers zu verstecken.

Der Landesverbandsvorsitzende Priv.-Doz. Dr. Andreas Scholz freute sich dann mit den Delegierten der Hauptversammlung der Marburger Bundes über diese hohe Auszeichnung und der damit verbundenen Würdigung des Lebenswerkes ihres Ehrenmitgliedes.

(Fotos: Lutz Retzlaff)

Zurück