Erklärung der Ärzte und wissenschaftlichen Mitarbeitern am Uniklinikum Marburg

Der Marburger Bund Hessen hat wiederholt über die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte am privatisierten Universitätsklinikum Marburg berichtet.

Gestern hat in Marburg eine Betriebsversammlung stattgefunden: Die Ärztinnen und Ärzte haben zu der aktuellen Situation eine Erklärung abgegeben sowie einen Forderungskatalog aufgestellt, das berichtete der Eigenständiger Personalrat der Universität am Universitätsklinikum Marburg.

Der Forderungskatalog:

Die Ärztinnen, Ärzte und wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Universitätsklinikum Marburg fordern:

  • eine an den tatsächlichen Anforderungen orientierte Ausstattung des Klinikums mit wissenschaftlichem Personal,
  • eine langfristige und verlässliche Perspektive als Voraussetzung für universitäre Wissenschaft.
  • Lehre und Forschung müssen wieder als essentieller Bestandteil der universitären Medizin adäquat in die klinische Krankenversorgung integriert werden.

Im Hinblick auf die Trägerschaft fordern wir strukturelle Rahmenbedingungen, welche dieser Tatsache gerecht werden. Die Entwicklung der letzten Jahre hat leider bestätigt, dass die Aufgaben und Ziele einer universitären Einrichtung nicht mit den Zielen einer Kapitalgesellschaft vereinbar sind.

Um die beschriebenen Missstände zu beseitigen und dem Klinikum Marburg wieder den tatsächlichen Status einer universitären Einrichtung zurückzugeben, fordern wir die Überführung des Universitätsklinikums in eine Trägerschaft, die ausschließlich den Zielen einer der Öffentlichkeit dienenden Einrichtung verpflichtet ist.

Die Erklärung:

Die Ärzte und wissenschaftliche Mitarbeiter des Universitätsklinikum Marburg haben daher folgende Erklärung unterschrieben:

 

Die Unterzeichnenden, Ärzte und Wissenschaftler des UKGM am Standort Marburg, sehen Wissenschaft, Forschung und Lehre durch die Privatisierung der Universitätsklinik als zunehmend gefährdet an. Wir sind nicht mehr bereit unsere universitären Aufgaben den privatrechtlichen Interessen unterzuordnen.

Wir fordern hiermit die Hessische Landesregierung dringend auf, ihren Verpflichtungen gegenüber Ärzten und Wissenschaftlern in verantwortlicher Art und Weise gerecht zu werden. Nachhaltige Forschung und Lehre sind unabdingbar mit arbeitszeitlichen Rahmenbedingungen verbunden. Diese fordern wir ein!

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