Fehlendes Streikrecht bei Caritas und Diakonie: Mitarbeiterseite wird benachteiligt

Sollte der Dritte Weg beibehalten werden, werde sich die “Abwärtsspirale zunehmend weiterdrehen“; der Lohnkonflikt nehme Einzug in das Kommissionensystem und könne dort nicht ausbalanciert werden; die Folge seien Funktionsstörungen, Bruchtendenzen und De-Legitimation der Arbeitsrechtlichen Kommissionen. Diesen Standpunkt vertrat der Sozialwissenschaftler Dr. Hermann Lührs aus Stuttgart, bei einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales am 26. März 2012 zum “Dritten Weg” der Kirchen im Arbeitsrecht. 
Die Mehrheit der geladenen Sachverständigen bezeichneten jedoch das kirchliche Arbeitsrecht als angemessen.
Der Sachverständige Thomas Schwendele aus Schwäbisch Gmünd behauptete sogar: Sollte der Dritte Weg wegfallen, hätte das für die Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen negative Konsequenzen; auf die Schnelle ließen sich keine tarifrechtlichen Bedingungen auf die Beine stellen, vor allem nicht in kleinen und mittleren Betrieben. Da verkennt er die erwiesene Expertise der Gewerkschaften wie der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, rasch und unkompliziert für einzelne Betriebe passgenaue Tarifverträge abzuschließen.
Bis es die geben wird, bleibt uns im Interesse der betroffenen Patienten und der sie versorgenden Ärztinnen und Ärzte nur die Hoffnung, dass die Einsicht der Kirchen reift, bevor die sich bereits drehende Abwärtsspirale ihre Krankenhäuser vollends in den Abgrund fehlender qualifizierter Mitarbeiterinnen und Miutarbeiter gerissen hat.

 

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