Fehlermeldesysteme: „Da ist noch viel zu tun“

 

Der Marburger Bund sieht keine dramatische Entwicklung bei der Anzahl der Behandlungsfehler. „Wir dürfen nicht den Eindruck entstehen lassen, dass Deutschlands Krankenhäuser nicht sicher wären“, kommentierte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, im Interview mit dem „Donaukurier“ die neue Behandlungsfehlerstatistik des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Jährlich würden 18 Millionen Patienten in den Krankenhäusern behandelt. Da seien 26 000 Vorgänge bei den Gutachterkommissionen der Kammern und dem MDK wegen des Verdachts auf Behandlungsfehler ein relativ geringer Wert. „Im Januar hat die AOK noch von jährlich 19 000 Todesfällen durch Behandlungsfehler gesprochen. Das war unseriös und methodisch höchst fragwürdig“, kritisierte Henke. Inzwischen werde viel offener mit dem Thema Behandlungsfehler umgegangen.

Dennoch hätten leider noch nicht alle Krankenhäuser Fehlermelde- und Fehlerlernsysteme eingeführt. „Da ist noch viel zu tun. Dazu gehört auch der Einsatz von Checklisten bei Behandlungen und Operationen. Oftmals sind Stress und Überforderung der Grund dafür, dass es an Aufmerksamkeit und Konzentration fehlt. Übermäßige Arbeitsbelastung und Zeitmangel können zu gravierenden Fehlern führen – gerade bei Routinevorgängen“, warnte der MB-Vorsitzende.

Interview im Wortlaut (www.donaukurier.de)

Pressemitteilung MB-Bundesverband

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