Finanzkrise: Keine Krise der Arztrente in Hessen

Das Präsidium der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) hat den Vorstand des Versorgungswerks gefragt, in welchem Umfang Rentenzahlungen an hessische Ärztinnen und Ärzte durch die augenblickliche Finanzkrise betroffen sind. Den Brief, mit dem der Vorstand und der für die Finanzanlagen zuständige Geschäftsführer dem Präsidium darüber Auskunft geben, finden Sie hier, veröffentlicht durch unser MB-Mitglied im Vorstand des Versorgungswerks Dr. med. Matthias Moreth.

Fazit: Das Versorgungswerk der LÄKH hat wie jedes andere Versorgungswerk oder wie ein vergleichbares Lebensversicherungsunternehmen durch die Finanzkrise bilanzielle Verluste hinnehmen müssen. Diese haben jedoch keinen Einfluss auf die laufend zu zahlenden Renten, da die Liquidität allein schon wegen des positiven Cashflows (die Beitragszahlungen sind mindestens bis zum Jahre 2014 noch höher als die Rentenzahlungen) nicht gefährdet ist. Auch die bereits eingezahlten und “verrenteten” Beiträge sind nicht gefährdet. Sollte die Finanzkrise allerdings mehrere Jahre anhalten und ist das Versorgungswerk damit nicht in der Lage, eine Verzinsung seines Kapitals von mindestens 3,5% zu erwirtschaften, muss ggfs. die Höhe zukünftiger(!) Rentenanwartschaften (nicht der gegenwärtig bereits gezahlten Renten!) nach versicherungsmathematischen Regeln angepasst werden. Hierüber müsste die Delegiertenversammlung der LÄKH entscheiden.

Im Jahr 2002 gab es wegen Krachens der Dot-com-Blase einen ähnlichen (allerdings geringer ausgefallenen) Börsencrash wie gegenwärtig: Auch damals ist das Hess. Versorgungswerk wegen seiner umsichtigen Anlagepolitik gut aus der Krise herausgekommen. Bei der zu erwartenden zukünftigen Erholung der Finanzmärkte ist nach der Erfahrung mit früheren Finanzkrisen mit einem baldigen Aufholen des jetzt ermittelten Bilanzverlustes zu rechnen.

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