Späte Einsicht zum TVöD und TV-L: GEW will Benachteiligung und Leistungsentgelt abschaffen

Wir erinnern uns: 2006 wollten die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes den ausgebeuteten und übermüdeten Ärztinnen und Ärzten an den kommunalen Krankenhäusern und den Universitätskliniken (außerhalb Hessens, Berlins und Hamburgs) neue Tarifverträge zumuten, die sie mit verdi und GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) abgeschlossen hatten und die nach Meinung des Marburger Bundes vor allem die akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter massiv benachteiligen. Es kam zu den heftigsten und längsten Streiks im deutschen Gesundheitswesen, bis die Arbeitgeber einlenkten und mit dem Marburger Bund arztspezifische Tarifverträge abschlossen.

Warum Gewerkschaften ihren Mitgliedern die mit dem TVöD und dem Tv-L verbundenen Nachteile zugemutet haben, ist uns immer verschlossen geblieben. Immer wieder mussten wir beklagen, dass durch diese in unseren Augen verfehlte Tarifpolitik auch Ärztinnen und Ärzten bei nichtklinischen Arbeitgebern nachteilige Arbeitsbedingungen angeboten wurden.

Umso erfreulicher registrieren wir, dass die GEW auf ihrem Gewerkschaftstag 2009 nun auch wie der MB eine kritische Sicht auf diese Tarifverträge gewonnen hat: “Das Ziel der Neugestaltung des Tarifrechts für den öffentlichen Dienst, jungen, mobilen und qualifizierten Beschäftigten eine deutlich verbesserte Bezahlung zu verschaffen, ist so für die höheren Entgeltgruppen ins Gegenteil verkehrt worden. Dies muss sich ändern.

Zurück