Gutachterstelle für ausländische Arztdiplome

„Wir brauchen ein effizientes, faires und transparentes Verfahren zur Prüfung ausländischer Arztdiplome aus Drittstaaten. Deshalb hoffen wir sehr, dass die Länderfinanzminister sich dem Votum der Gesundheits- und Kultusminister anschließen und die entsprechenden Mittel für die Einrichtung einer zentralen Gutachterstelle nun beschließen", sagte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, im Vorfeld der am Donnerstag (25.06.2015) in Berlin stattfindenden Konferenz der Länderfinanzminister.

Die Zuwanderung von Ärztinnen und Ärzte aus Ländern, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz gehören, nehme Jahr für Jahr zu. Entsprechend vielfältig und komplex sei die Bewertung der Gleichwertigkeit ausländischer Arztdiplome mit dem deutschen Berufsabschluss.

„Die einzelnen Ausbildungsprogramme unterliegen mit der Zeit auch Veränderungen, die eine regelmäßige Aktualisierung des Wissens über die Curricula erforderlich machen. Durch eine Bündelung von Sachverstand in einer länderübergreifenden Gutachterstelle besteht am ehesten die Chance, ein einheitliches und transparentes Prüfverfahren zu etablieren, das 22 regionale Approbationsbehörden einfach nicht gewährleisten können. Wichtig ist, dass die zentrale Gutachterstelle personell und finanziell so ausgestattet wird, dass sie dieser verantwortungsvollen Tätigkeit auch gerecht werden kann", betonte Botzlar.

Der Marburger Bund hatte bereits vor Inkrafttreten des seit 1. April 2012 geltenden Anerkennungsgesetzes die Länder aufgefordert, eine gemeinsame Einrichtung zu schaffen, die auch Ärzten Orientierung bieten könnte, die sich für eine Tätigkeit in Deutschland interessieren, aber noch nicht wissen, in welchem Bundesland sie ihre Tätigkeit aufnehmen werden. Das Anerkennungsgesetz sieht ausdrücklich die Möglichkeit vor, zur Prüfung der Gleichwertigkeit von Arztdiplomen aus Drittländern eine gemeinsame Stelle der Länder einzurichten.

Pressemitteilung des MB Bundesverbandes

 

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