Kommentar: HSK Chefärzte melden sich zu Wort!

Chefärzte der Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden beklagen in einem Brief an die Geschäftsführung Rufschädigung, wie in einem Artikel der FAZ berichtet wird. Laut des FAZ-Artikels verwahren sich die meisten Chefärzte der HSK gegen die über sie gemachten Äußerungen der neuen Geschäftsführung des Rhön-Konzerns, sie seien zu viel auf Kongressen und verdienten zu viel Geld! Die Geschäftsführung, die diese Äußerung in aller Öffentlichkeit tat, will sich jetzt nicht mehr dazu äußern.

Man reibt sich verwundert die Augen, denn noch im vergangenen Jahr wurde von den leitenden Ärzten die Abnahme von Facharztprüfungen, die Gremienarbeit in den Fachgesellschaften und das Auftreten auf nationalen und internationalen Kongressen von der Geschäftsleitung erwartet.

Aus dieser Situation kann  – von außen betrachtet – geschlossen werden, dass innerklinische Gespräche offenbar nicht stattgefunden oder aber zu keinem Ergebnis geführt haben. Es wird wohl ein Kommunikationsproblem vorliegen, wahrscheinlich mit verhärteten Fronten. Oder sollte das der “neue Führungsstil” sein, der nun in den HSK durch die Rhön-Manager eingeführt wird?

Professor Parwis Fotuhi sagte 2007 in der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (Hess. Ärzteblatt 5/2007, S. 273 ff.), als er noch die Helios-Akademie leitete, dass es die Mitarbeiter seien, die den Konzern ausmachten, und zwar durch Kompetenz. Und hohe Qualität in der Medizin beruhe auf den Säulen Weiterbildung, Vergütung und Rahmenbedingungen. Auch stellte er damals fest, dass Deutschland “eminenzzentriert” sei und plädierte dafür, dies abzuschaffen. Die Abschaffung der “Eminenz-Zentriertheit” scheint jedoch in den HSK nicht durchgeführt zu werden – hier verlagert sich die  Ebene der “Eminenz” ganz eindeutig in die neue Geschäftsführung. Und das soll ein Gewinn sein?

Kollegialer Umgang mit den Chefärzten kann es wohl auch nicht sein, wenn Fotuhi als Medizinischer Geschäftsführer der HSK im Rahmen der Wiesbadener Gesundheitstage auftritt und damit versucht, den medizinisch hauptberuflich aktiven Kolleginnen und Kollegen bei dem Thema “Neues zum Thema Erste Hilfe” Konkurrenz zu machen. Wird er nun neben der Geschäftsführung der HSK auch noch medizinisch aktiv sein wollen? Wie viel “Erste Hilfe” er wohl in den HSK leisten wird?

Wie sagte Fotuhi noch 2011, als er im Rhön-Konzern seine Arbeit aufnahm: „Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter waren im Krankenhauswesen schon immer ein wichtiger Erfolgsfaktor. Demografisch bedingt rücken Mitarbeiterbindung und -entwicklung immer stärker in den Fokus. Bei der Rhön-Klinikum AG habe ich die Chance, hierfür innovative Ansätze in der einmaligen Spannbreite vom MVZ bis zur Hochschulmedizin zu gestalten.”
Wir wissen es ja: “Reden” und “Handeln” sind unterschiedliche Dinge!

Man wird aufmerksam die weitere Entwicklung des Hauses und seinen chefärztlichen Experten beobachten. Denn diese Ärztinnen und Ärzte finden heutzutage überall einen Arbeitsplatz mit angemessenem Umfeld, Bedingungen und Wertschätzung.  Wird es sich “Rhön” und die Stadt Wiesbaden leisten können und wollen, derartige Ärzte zu verlieren und dann nicht mehr in Umfragen zu herausragender Qualität medizinischer Leistungen zu erscheinen?

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