HSK Wiesbaden: Jetzt meldet sich auch die Pflege

Ein Jahr nach der Umfrage des Marburger Bundes Hessen unter den Ärztinnen und Ärzten an den Dr. Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden zu den Arbeitsbedingungen, in der die Ärzte eine hohe Arbeitsbelastung beklagt hatten, meldet sich jetzt auch die Pflege zu Wort.

„Die HSK ist mit einem bundesweiten beispiellosen Personalexodus der Pflege konfrontiert“, heißt es in einer Pressemitteilung des Betriebsrates. 

Im letzten Jahr hätten 132 Pflegekräfte auf eigenen Wunsch die HSK verlassen. Weitere 50 Eigenkündigungen werden im ersten Halbjahr 2016 wirksam.

Zurzeit seien 50 Stellen offen, die zu besetzen sind, um alle Stationen der HSK betreiben zu können.

Die Zahlen seien dem Gesundheitsdezernenten der Stadt Wiesbaden Axel Imholz bekannt, heißt es in der Meldung. „Unerklärlich bleibt es, wie er im Ausschuss für Soziales- und Gesundheit auf die Zahlen 22 (WK) bzw. 27 (FAZ) fehlende Pflegekräfte kommt und die Eigenkündigungen gegenüber der mageren Zahl der Einstellungen unerwähnt lässt“, wundern sich Michael Drott, Betriebsratsvorsitzender und Dr. Dieter Pohland, stellv. Betriebsratsvorsitzender und MB-Mitglied.

Auch die Aussagen von Imholz zur Situation in der Zentralen Notaufnahme (ZNA), dass er hausinterne Versetzungen auf die ZNA begrüßte, irritiert den Betriebsrat: „Weder sind die Pflegestellen auf der ZNA aktuell voll besetzt, noch kann Herrn Imholz entgangen sein, dass in der HSK durch Versetzungen der Mangel nur an anderen Stelle erzeugt wird.“ Laut Angaben von Führungskräften der ZNA werden nach aktuellem Planungsstand aufgrund weiterer Kündigungen auch zum 1. Juli 2016 immer noch fünf Vollzeitstellen offen bleiben. Eine Pflegestation ist schon dauerhaft geschlossen.

Der Betriebsrat kritisiert auch den entgegen internationaler Experten-Empfehlungen, zu niedrig angesetzte Helios-Standard in der Personalplanung: Eine 1:12 Betreuung im Frühdienst, eine 1:18- im Spätdienst und 1:36-Betreuung im Nachdienst auf normalen Pflegestationen führe zu extremen Belastungssituationen des Pflegepersonals. Diese Situation werde noch durch ein fehlendes Ausfallkonzept bei Krankheitsfällen verschärft.

Der Marburger Bund Hessen geht jetzt, ein Jahr nach der Umfrage unter den Ärztinnen und Ärzten, auf die Geschäftsführung zu, um mit ihr die vor einem Jahrversprochenen Lösungen zu besprechen.

 Autorin: mn

Foto: esebene/Fotolia.com

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