Hindernisse bei der Weiterbildung: Signifikante Geschlechtsunterschiede - nur in der Schweiz?

In dieser Originalarbeit (Karriereförderliche und karrierehinderliche Erfahrungen in der Weiterbildungszeit junger Ärztinnen und Ärzte, Dtsch Med Wochenschr 2009,134:24512-2457) schildern Prof. Barbara Buddeberg-Fischer et al. die Ergebnisse einer Schweizer Longitudinalstudie.

Von 529 Teilnehmerinnen und Teilnehmern machten 474 Angaben zu karriereförderlichen und 445 Angaben zu karrierehinderlichen Erfahrungen. Signifikante Geschlechtsunterschiede fanden sich nur bei den Karrierehindernissen und dort in vier Kategorien:

  • Extraprofessionelle Belange: Work-Life-Balance, Freizeitansprüche, Partnerschaft, Mutterschaft, Kinder, Familie, Teilzeitarbeit
  • Arbeitsmarktbedingungen: Mangel an Weiterbildungsstellen, schlecht strukturierte Weiterbildung, Praxiszulassungsstopp, hohe Weiterbildungsanforderungen
  • Karrierehinderliche Persönlichkeitsmerkmale: Überkritische Haltung, fehlende Aggressivität, schüchtern/ängstlich/introvertiert, Gutmüdigkeit, nicht Nein sagen können, mangelnde Durchsetzungsfähigkeit, Bequemlichkeit
  • Geschlecht: Frau als Ärztin

Die Publikation beklagt in der Schweiz zu wenige Teilzeitstellen, vor allem auf Oberarztebene! Dazu bestehe ein Engpass im Kinderbetreuungsangebot.

Sowohl die Träger von Krankenhäusern wie auch die mehrheitliche männlichen Chefärzte müssen sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Gesundheitswesen bewusst werden, die Arbeitsbedingungen für Ärztinnen dahingehend zu verändern, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser möglich ist als es bisher der Fall ist. Damit könnte vor allem das Potential gut ausgebildeter Ärztinnen besser genutzt werden.” können wir in der Arbeit lesen. Das halten wir auch auf Deutschland übertragbar.

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