In Hessen droht ein Hausärztemangel

Die flächendeckende hausärztliche Versorgung in Hessen ist gefährdet“, sagt der Geschäftsführer des Marburger Bundes Hessen, RA Udo Rein. Bereits jetzt gibt es in den ländlichen Regionen Hessens, wie z.B. dem Odenwaldkreis, dem Vogelsbergkreis oder rund um Fulda Engpässe in der hausärztlichen Versorgung. Altersbedingt wird in den nächsten Jahren eine große Zahl von Hausärzten aus den Praxen ausscheiden, aber keine Nachfolger finden.

Im Jahr 2015 wird es auch in Darmstadt, Wiesbaden, Gießen, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Schwalm-Eder-Kreis, Limburg-Weilburg, dem Landkreis Kassel und im Werra-Meißner-Kreis in der hausärztlichen Versorgung zu einer Unterversorgung kommen. Die Arztdichte wird sich verringern und die zukünftig immer älter werdenden Patientinnen und Patienten werden in Zukunft weitaus längere Wege zurücklegen müssen. Gleichzeitig nimmt seit Jahren die Anzahl junger Mediziner ab, die eine Prüfung zum Facharzt Allgemeinmedizin ablegen, so dass der Ersatzbedarf nicht gedeckt werden kann.

Die Rahmenbedingungen für die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner müssen dringend verbessert werden, damit diese Weiterbildung wieder attraktiv wird,” so Rein.

Hausärzte, die junge Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten beschäftigen, erhalten für die Bezahlung der jungen Ärzte während der zweijährigen Pflichtzeit in der ambulanten hausärztlichen Versorgung meist nur einen Zuschuss von 2.040 Euro Brutto im Monat. Diesen Betrag erhalten die Kassenarztpraxen augenblicklich von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und den Krankenkassen als Zuschuss. Den Hausärzten ist es meist nicht möglich, darüber hinaus noch etwas aufzustocken. Der Marburger Bund Hessen hat deshalb die Kassenärztliche Vereinigung Hessen aufgefordert, den Zuschuss zu erhöhen, um die Allgemeinmedizin wieder attraktiv zu machen. Der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner mangelt es auch an der fehlenden Koordination der Weiterbildungsabschnitte in Kliniken und Praxen, die meist in Eigenregie erfolgen muss.

Immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte sind deshalb bereit, sich als Allgemeinmediziner für eine Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung zu engagieren.

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